Ein ganzer Tag im Zeichen der Gefahrenabwehr: Die Gefahrgutgruppe der Feuerwehr Stadt Verden (Aller) hat sich am vergangenen Wochenende zu einem Tagesdienst getroffen. Zu ihr gehören die Ortsfeuerwehren Scharnhorst, Verden und Walle sowie der THW-Ortsverband Verden. Rund 35 Einsatzkräfte arbeiteten zwei realitätsnahe Szenarien ab, die viel Fachwissen, Messtechnik und eine eingespielte Zusammenarbeit über die Organisationsgrenzen hinweg verlangten.
Vormittag: Ammoniakleckage an einer Kälteanlage
Die erste Übungslage führte die Kräfte auf das Gelände einer fleischverarbeitenden Betriebs. Angenommen war, dass bei Wartungsarbeiten an einer Kälteanlage Ammoniak ausgetreten war. Mehrere Mitarbeiter galten als vermisst. Trupps unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) gingen in das Maschinenhaus vor, suchten die Vermissten und brachten sie aus dem Gefahrenbereich. Anschließend galt es, die simulierte Leckage mit Messgeräten aufzuspüren und einzugrenzen.
Parallel wurde ein Dekontaminationsplatz aufgebaut. Hier wurden alle Einsatzkräfte, die im Gefahrenbereich gearbeitet hatten, nach festem Ablauf gereinigt und aus ihren Schutzanzügen geholfen. Gerade dieser Teil ist für den Schutz der Einsatzkräfte entscheidend und wird deshalb regelmäßig geübt.
Nachmittag: Verlorener radioaktiver Strahler und unbekannte Stoffe
Am Nachmittag ging es mit einem ganz anderen Szenario weiter, diesmal auf einem landwirtschaftlichen Betriebsgelände: Ein radioaktiver Strahler war verloren gegangen und musste gefunden werden. Mit Strahlenmessgeräten und Teleskopsonde suchten die Trupps systematisch das Gelände und einen Schrotthaufen ab, um die Quelle zu lokalisieren und sicher zu bergen. Zusätzlich waren auf dem Gelände verschiedene Gefahrstoffe verteilt, die die Einsatzkräfte erkennen, anhand ihrer Kennzeichnung identifizieren und sichern mussten.
Zusammenarbeit von Feuerwehr und THW
Die Gefahrgutgruppe wird bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen im Stadtgebiet und darüber hinaus alarmiert. Regelmäßige Übungen wie diese sorgen dafür, dass die ehrenamtlichen Kräfte von Feuerwehr und THW im Ernstfall sicher und schnell handeln können.
