Die Ortsfeuerwehr Höhnisch-Hutbergen ist eine Grundausstattungsfeuerwehr. Sie liegt im südwestlichen Stadtgebiet an der Stadtgrenze zu der Samtgemeinde Thedinghausen zwischen Aller und Weser. Sie stellt den Brandschutz in den Ortschaften Hönisch, Hinterhönisch sowie Klein und Groß Hutbergen sicher.

Neben einer Einsatzabteilung verfügt die Ortsfeuerwehr Hönisch-Hutbergen auch über eine Jugend- sowie eine Altersabteilung mit zusammen 80 Mitgliedern. Das Feuerwehrhaus befindet sich im Kohweidsweg 3 gemeinsam mit dem SV Hönisch. Es verfügt über einen Einstellplatz für ein LF 10 und verfügt einen großen Schulungsraum. Jährlich werden rund 15 Einsätze abgearbeitet. Ortsbrandmeister ist Jürgen Struß, er kümmert sich um alle Belange der Ortsfeuerwehr Hönisch-Hutbergen.

Heiliger Sankt Florian, beschütz mein Haus, zünd’s andre an.

Die zerstörerische Kraft des Feuers gehörte zu allen Zeiten zu den vom Menschen am meisten gefürchteten Gefahren. Wenig hatte der Mensch in vergangenen Zeiten dagegen zu setzen. Auch heute noch, im Zeitalter technischer Perfektion, kann sich jedermann plötzlich einem ausbrechenden Brande gegenübersehen. Nur wird uns diese erschreckende Begegnung mit der Gefahr leichter gemacht als unseren Vorfahren: Den nächstbesten Telefonhörer nehmen, Notruf Eins-Eins-Zwei wählen und in jeder Stadt, in jeder Landgemeinde kommt in Minutenschnelle Hilfe durch die Feuerwehr. Vorbei die Zeit, wo die Einwohner eines Ortes bei einem Brand nur die Möglichkeit hatten, eine Menschenkette zur nächsten Wasserstelle zu bilden und wassergefüllte Eimer zur Brandstelle weiterzureichen.

Über die Anfänge des Feuerwehrwesens in unseren Ortschaften Hönisch, Groß Hutbergen und Klein Hutbergen sind uns leider keine Aufzeichnungen bekannt.

In der Schulchronik Hönisch findet sich eine Eintragung, übernommen aus dem verlorenen Gemeindekassenregister aus dem Jahre 1829, worin es heißt:

„Für drei weiße Filzhüte für die Geschworenen bey der Sprütze 1 Thaler 16 Groschen.“

Die „örtliche Obrigkeit“, das Königlich Großbritannisch-Hannoversche Amt Westen-Thedinghausen, hatte im Jahre 1828 eine Feuerlöschordnung erlassen, aus der die „Instruction für die Rohrführer bei den Feuersprützen“ nachfolgend zu lesen ist. Und hierin wurden auch die besagten weißen Filzhüte als Abzeichen für die Rohrführer vorgesehen.

Ob es nun zu dieser Zeit auch eine „Sprütze“ bei uns gab, ist nicht mehr zu belegen.

Des Weiteren erließ das für Hönisch und Hutbergen zuständige Amt Westen 1829 in Erinnerung an Vorschriften aus den Jahren 1712 und 1735 eine:

Die Einhaltung der Vorschriften zum Feuerschutz hatten die „Feuergeschworenen" zu überwachen, die von der Gemeindeversammlung bzw. vom Gemeinderat gewählt wurden.

Wenige Jahre zuvor, im November 1825 brach in Hinter Hönisch ein verheerender Brand aus. Vermutlich durch jugendlichen Leichtsinn wurden nahezu alle Gebäude der erst 1791/93 errichteten Ansiedlung ein Raub der Flammen.

Der Brand nahm am zweiten Haus auf der rechten Seite seinen Anfang und griff bei starkem Wind aus Nordost schnell auf die dicht stehenden strohgedeckten Nachbarhäuser über.

Elf Fachwerkhäuser brannten ab, ebenfalls die zum Teil erst nach 1800 erbauten Scheunen .und Ställe. Nur das erste Haus auf der rechten Seite blieb unversehrt, da es „hinter dem Wind“ stand.

Ursache des Brandes sollen, so erzählt die alte Dorfüberlieferung, zwei Knaben gewesen sein. Mit offenem Licht suchten sie unter den Strohdächern nach Spatzen, die sich dort vor dem kalten Wetter verkrochen hatten. Bei ungestümen Verhalten kam es zur Entzündung.

An eine Brandbekämpfung war damals bei dem Umfang des Feuers überhaupt nicht zu denken. Ob bereits eine Spritze zur Verfügung stand, hier oder in einem Nachbardorf, wissen wir nicht. Und die Brunnen der Anbauern befanden sich in der Brandstelle, es war also kaum möglich, mit den damals gebräuchlichen Löscheimern Wasser zu schöpfen.

Mit dem Wiederaufbau wurde unverzüglich begonnen. Keiner gab auf. Vielleicht waren aber auch nicht alle Häuser „bis auf die "Grundmauern" niedergebrannt. Bereits im folgenden Jahr 1826 standen an denselben Stellen die ersten neuen Häuser in der gleichen Bauweise.

Ob das Brandunglück zur Verbesserung des Brandschutzes animierte, ist nicht überliefert.

In der Schulchronik von Gr. Hutbergen schreibt der Lehrer auch über derartige Unglücke im Dorf:

„In der Erntezeit des Jahres 1884 wurde kurz nach Mittag von einem verwahrlosten Schulknaben das vor der Scheune des Vollmeiers Dunker unmittelbar an der Landstraße lagernde, ausgedroschene Stroh durch Streichhölzer in Brand gesetzt, und bald stand die ganze Scheune in Flammen. Die in der Nähe liegenden und mit Stroh gedeckten Wohnhäuser der Hofbesitzer Straßburg und Raake nebst mehreren Nebengebäuden wurden in kurzer Zeit von den Flammen ergriffen, und nach kaum einer Stunde seit Beginn des Brandes war alles in Flammen. Sämtliche Gebäude lagen schon gegen Abend in Asche. Noch im Herbst desselben Jahres wurde der Neubau der Wohnhäuser und ihrer Nebengebäude vorgenommen.

Im Jahre 1888 wurde auch das Kedenburg’sche Wohnhaus mit mehreren Nebengebäuden ein Raub der Flammen. Veranlasst wurde das Feuer durch einen Schornsteinbrand, der bald auf das Strohdach übergriff.“

Der bisher früheste Hinweis auf den Feuerschutz in Groß Hutbergen ist dem Verdener Anzeigenblatt vom 6. Mai 1893 zu entnehmen:

„Zum Feuerlöschdienst hat die Gemeindeversammlung den bisherigen Bindemeister Häusling Hinrich Stockmann als Spritzenmeister und den Häusling Kord Voigts als Bindemeister gewählt.“

Innerhalb des Dorfes bestand also eine Feuerwehr, die über eine Spritze verfügte und aus der Gemeindeversammlung heraus gelenkt wurde. Wie lange diese aber bereits bestand, ist wiederum unbekannt.

Seit 1902 ist die Geschichte des Feuerschutzes in den Dörfern Hönisch, Groß Hutbergen und Klein Hutbergen miteinander verknüpft. Vorausgegangen war eine Verfügung des „Königlichen Landraths“ zur Bildung von Pflichtfeuerwehren an alle Gemeinden des Kreises Verden. Finanzschwachen Gemeinden war es gestattet, sich zu Feuerlöschverbänden zusammenzuschließen.

Der „Königliche Oberpräsident“ erteilte Regelungen zur Aufstellung der Pflichtfeuerwehren. Der Text wurde den Gemeinden auf Vordrucken von der Behörde zur Verfügung gestellt und ist hier auszugsweise für die Gemeinde Hönisch wiedergegeben:

Bildung einer Pflichtfeuerwehr

§ 1 Zum 1.April 1902 wird in der Gemeinde eine Pflichtfeuerwehr eingerichtet, welcher gemeinsam mit der von den Gemeinden Gr.Hutbergen u. Kl.Hutbergen zu bildenden Pflichtfeuerwehren der Feuerlöschdienst nach Maßgabe der Polizeiverordnung des Königlichen Oberpräsidenten der Provinz Hannover betr. die Regelung des Feuerlöschwesens vom 27.September 1901 obliegt.

§ 3 Der Feuerlöschdienst verpflichtet zu Hand- und Spanndiensten ... mit der Maßgabe, dass die gespannhaltenden Grundbesitzer neben den Spanndiensten auch Handdienste gleich den übrigen Handdienstpflichtigen zu leisten haben. Der Feuerlöschdienst umfasst ... die Pflicht zur Hilfeleistung bei allen Bränden im Gemeindebezirk sowie zur Beteiligung an den angeordneten Spritzenproben und Mannschaftsübungen ferner die Verpflichtung zur Übernahme des Amts als Führer oder Brandmeister 'auf die Dauer von drei Jahren, sowie zur Teilnahme an der der Gemeinde obliegenden auswärtigen Löschhülfe.

§ 4 Die Ableistung der zum Feuerlöschdienst gehörigen Handdienste durch taugliche Stellvertreter, die nicht selbst feuerlöschdienstpflichtig sind, ist gestattet:

1. Personen über 55 Jahre 2. weiblichen Stellbesitzerinnen 3. Personen, welche wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen nach einem dem Gemeindevorsteher vorzulegenden ärztlichen Zeugnis untauglich sind.

Zur Gestellung eines geeigneten Stellvertreters verpflichtet sind Personen, welche einmal der bürgerlichen Ehrenrechte verlustig gegangen sind oder unter Polizeiaufsicht gestanden haben oder welche wegen strafbarer Handlungen aus Gewinnsucht gegen das Eigentum, gegen die Sittlichkeit, wegen vorsätzlicher Angriffe auf das Leben oder wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von mindestens 3 Monaten verurteilt worden sind. Derartige Personen dürfen auch nicht als Stellvertreter bestellt werden. Haben solche Personen seit Verbüßung ihrer Strafen sich längere Zeit derart vorwurfsfrei geführt, daß die für die Aufgabe der Feuerwehr erforderliche besondere Zuverlässigkeit als bei ihnen vorhanden anzunehmen ist, so können sie mit Genehmigung des Landraths zur persönlichen Ableistung des Feuerlöschdienstes bzw. als Stellvertreter wieder zugelassen werden.

§ 6 Sofern nicht die für die Feuerlöschhülfe erforderlichen Spanndienste von der Gemeinde verdungen sind, haben die gespannhaltenden Grundbesitzer in der Gemeinde sowohl bei Bränden am Orte als auch in der Nachbarschaft den zur Bespannung der Spritzen, Wasserwagen u.s.w. erforderlichen Vorspann und für die Löschhülfe nach auswärts einen Mannschaftswagen zu stellen. Der Umfang der Verpflichtung des einzelnen Spannhalters richtet sich nach der Anzahl der Zugtiere, welche die Bewirtschaftung des im Gemeindebezirk belegenen Grundbesitzes erfordert ... Spannhalter, welche weiter als 1 Kilometer vom Spritzenhause entfernt wohnen, müssen im Voraus für Stellvertreter durch einen näher beim Spritzenhause wohnenden Spannhalter Sorge tragen ... Ebenso hat jeder sonstige Spannhalter für den Einzelfall der Verhinderung Sorge zu tragen, daß ein anderes Gespann statt des seinigen rechtzeitig erscheint. Im Bedarfsfalle ist auf besondere Aufforderung des Gemeindevorstehers ... jeder Spannhalter auch außerhalb der Reihe verpflichtet, mit seinen Gespannen Löschhülfe zu leisten.

Beglaubigt Blome, Gemeindevorsteher

Dieser Beschluss wurde am 11. Februar 1902 von der Gemeindeversammlung in Hönisch gefasst. Aber erst 1906 wurde den Regelungen von der Gemeindeversammlung in Groß Hutbergen am 22. Januar und in Klein Hutbergen am 27. Januar zugestimmt.

Aus Klein Hutbergen ist aus diesen Jahren folgendes Ereignis in der Schulchronik festgehalten worden:

„Am 9. Dezember 1903 brach gegen 8 1/2 Uhr auf bisher unerklärlicher Weise im Hause des Anbauer Kracke Feuer aus, das rasch um sich griff, so daß die Bewohner, die sich bereits zur Ruhe gelegt hatten, nur mit Mühe ihr nacktes Leben retten konnten. Da günstiger Südostwind wehte, griff das Feuer nicht weiter um sich."

Aus dem Protokollbuch der Gemeinde Klein Hutbergen geht hervor, dass hier bereits 1928 ein Hydrant und ein Jahr später ein Feuerlöschbrunnen angelegt wurde.

Eine Feuerspritze wurde 1930 von der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Verden gekauft. Am Kauf beteiligten sich die Gemeinden Hönisch, Groß Hutbergen und Klein Hutbergen mit je einem Drittel der Kosten.

1931 wurde eine Prüfung der „Beschaffenheit der Feuerlöscheinrichtungen" vorgenommen, und zwar am 21. Dezember in der Gemeinde Hönisch vom Oberlandjäger (Polizei) der zuständigen Polizeistation und am 25. Dezember in der Gemeinde Klein Hutbergen vom Kreisbrandmeister. Beide stellten dabei fest, dass hier immer noch eine Pflichtfeuerwehr im Spritzenverband der Gemeinden Hönisch, Groß Hutbergen und Klein Hutbergen bestand. Die Löschgeräte waren in Groß Hutbergen untergestellt Es handelte sich um zwei Handdruckspritzen. Die Schläuche, 100 Meter 75er und 50 Meter 52er, wurden in Ställen getrocknet, die Uniform der Wehr bestand nur aus je einer Armbinde. Weiter verfügte die Wehr über Leitern und Einreißhaken. In Hönisch wurde ferner das Vorhandensein von 3 Saughydranten vermerkt (2 in Vorder Hönisch, 1 in Hinter Hönisch). Eine Umwandlung der Pflichtfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr wurde im März 1935 vom Dorfschulzen Ahnemann in einem Schreiben an das Landratsamt abgelehnt. Er führte aus:

„Eine Neigung zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr besteht in der hiesigen Gemeinde nicht. Eine derartige Maßnahme kann auch, da die Gemeinde mit Gr. Hutbergen und Hönisch zusammen einen Spritzenverband bildet, nicht zweckmäßig sein. Armbinden sind vorhanden, soweit die Zahl nicht ausreicht, sind die fehlenden in Auftrag gegeben. Die Zahl der Pflichtfeuerwehrmänner beträgt 30."

Eine Polizeiverordnung des Regierungspräsidenten in Stade vom 4. März 1936 fordert, dass in den Gemeinden Gr.Hutbergen, Kl.Hutbergen und Hönisch eine Pflichtfeuerwehr in der Stärke eines Löschzuges gebildet wird. Der Löschzug besteht aus 1 Oberspritzenmeister, 2 Spritzenmeistern, 4 Rottenführern und 32 Mann.

Ebenfalls aus 1936 datiert ein Schreiben, das der Landrat Dr. Weber an den Herrn Bürgermeister in Gr.Hutbergen richtet:

Betrifft: Pflichtfeuerwehren im Kreise Verden.

Durch Polizeiverordnung vom 20. April 1936 habe ich eine Pflichtfeuerwehr für die Gemeinde Gr. u. Kl.Hutbergen und Hönisch gebildet. Alles Nähere über die Zusammensetzung der Pflichtfeuerwehr ersehen Sie aus der genannten Polizeiverordnung ....

Nach § 3 Abs. 3 der Polizeiverordnung des RuPrMDI. vom 1.11.1934 über die Pflichtfeuerwehren erfolgt die Inanspruchnahme als Pflichtfeuerwehrmann durch polizeiliche Verfügung.

Ich lasse Ihnen hierneben die erforderliche Anzahl vorbereiteter polizeilicher Verfügungen mit dem Ersuchen zugehen, dieselben nach Eintragung der Anschriften an die von Ihnen als Pflichtfeuerwehrmänner in Aussicht genommenen Volksgenossen sofort auszuhändigen. Die infrage kommenden Pflichtfeuerwehrmänner sind in eine Zustellungsliste einzutragen, die folgende Spalten enthalten muss: 1) laufende Nummer, 2) Name und Vorname, 3) Stand, 4) Wohnung, 5) Datum der Aushändigung der polizeilichen Verfügung, 6) Unterschrift des Pflichtfeuerwehrmannes als Empfangsbescheinigung.

Diese Zustellungsliste ist mir bis zum 25.März 1937 zu übersenden. Soweit mehrere Gemeinden zu einer Pflichtfeuerwehr zusammengeschlossen sind, haben Sie sich mit den beteiligten Gemeinden in Verbindung zu setzen, damit auch dort die Zustellung der Verfügung erfolgen kann. Scheidet ein Pflichtfeuerwehrmann durch Tod oder Wegzug aus, so ist mir hiervon sofort Kenntnis zu geben und ein Ersatzmann namhaft zu machen. Die Ernennung des Führers der Pflichtfeuerwehr ist heute gleichfalls durch besondere Verfügung erfolgt.

Da es bei der Größe des Kreises dem Kreisfeuerwehrführer nicht möglich sein wird, in nächster Zeit in allen Gemeinden, in denen sich Pflichtfeuerwehren befinden, vorzusprechen, empfehle ich die Einberufung einer Versammlung, in welcher ein etwa ausscheidender Feuerwehrführer verabschiedet, der neue Feuerwehrführer eingeführt wird und gleichzeitig die Pflichtfeuerwehrmänner mit ihren Pflichten vertraut gemacht werden.

Die Kennzeichnung der Pflichtfeuerwehrmänner besteht in einer am linken Oberarm zu tragenden Armbinde mit dem Aufdruck: "Pflichtfeuerwehr". Die Armbinde ist mit dem Gemeindesiegel zu stempeln. Als Kopfbedeckung darf der für die übrigen Feuerwehren vorgeschriebene Helm getragen werden. Ich ersuche, wegen Beschaffung der vorgeschriebenen Armbinden das Erforderliche umgehend zu veranlassen.

Hiermit wird also ganz klar geregelt, wer die erforderliche Mannschaft aufzustellen hat und wie dies zu geschehen hat. Als 1937 dem Bauern Christel Dunker aus Groß Hutbergen die Führung der Wehr übertragen wurde, wurde er mit diesem Schreiben eingesetzt:

"Auf Grund des § 5 der Polizeiverordnung des Herrn Reichs- und Preuss. Ministers des Innern über die Pflichtfeuerwehren vom 1. November 1934, werden Sie hiermit zum Führer der durch meine Polizeiverordnung vom 20. April 1936 gebildeten Pflichtfeuerwehr Gr.Hutbergen, Kl.Hutbergen und Hönisch unter dem Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs ernannt. Gleichzeitig werden Sie hiermit in ihrer Eigenschaft als Führer der genannten Pflichtfeuerwehr gemäss § 13 des Polizeiverwaltungsgesetzes vom 1. Juni 1931 widerruflich als Hilfspolizeibeamter bestätigt."

Gleichzeitig wurde der Bürgermeister der Gemeinde Gr.Hutbergen ersucht, den Kaufmann Karl Habenicht jun. in Gr.Hutbergen davon in Kenntnis zu setzen, daß seine Ernennung zum Führer der Pflichtfeuerwehr widerrufen ist. Dieser hatte die Wehrführung auf eigenen Wunsch wegen Arbeitsüberlastung (Baustoffhandel und Wirtschaft) abgegeben.

Die Zeiten werden schwerer. Auch die Feuerwehren sind davon nicht ausgenommen. In unseren Unterlagen befindet sich ein Schreiben, das den herrschenden Zeitgeist erkennen läßt:

Verden den 15. Mai 1941

An alle Feuerwehren des Kreises Verden

In der Anlage übersende ich Ihnen eine Dienstanweisung (Rundschreiben) vom Amt für Freiw. Feuerwehren in Berlin zur Beachtung. Hieraus können Sie ersehen, welche Aufgaben, Sofortmaßnahmen Ihnen u Ihrer Wehr auferlegt worden sind. Ich fordere von Ihnen das Sie innerhalb 8 Tagen mit Ihrem Herrn Bürgermeister alle feuerwehrtechnischen Fragen erörtert haben, bezw. bestehende Mängel beseitigt haben oder der Beschaffung von erforderlichen Ausrüstungsgegenständen näher getreten sind. Die Feuerwehren sind das Rückgrat der Landesverteidigung in der Heimat, demzufolge haben Sie u Ihre Männer die verdammte Pflicht sich rückhaltlos in den Dienst der Heimatfront zu stellen u Ihre persönlichen Belange (Geschäft, Beruf) zurückzustellen. Diejenigen Wehren welche demnächst Motorspritzen bekommen, melden mir, soweit noch nicht geschehen umgehend 2 Mann für einen Maschinistenlehrgang in Celle, da anderenfalls die Motorspritze nicht ausgeliefert wird. Vom 14 bis 16 Juli. findet in Celle ein Gasabwehrlehrgang statt, hierzu benötige ich einen Kameraden, der mich in der Ausbildung der Wehren im Gasabwehrdienst unterstützen kann, welcher demzufolge ausgebildet werden muß. Im übrigen erbitte ich Meldung der restlichen Führer u Stellvertr. der Feuerwehren wann es Ihnen passt an dem entsprechenden Lehrgang in Celle teilzunehmen. Im Verfolg der Anweisungen des Amtes ordne ich daher folgendes an:

1.) Alle Freiw. Feuerwehren halten bis auf weiteres in jeder Woche mindestens 2 Übungsstunden ab, wie Sie Ihren Dienst ausgestalten können sehen Sie aus der Anweisung.

2.) Alle Pflichtfeuerwehren in Gemeinden über 300 Einwohnern haben ebenfalls allwöchentlich 2 Dienststunden einzulegen.

3.) Alle Feuerwehren in Gemeinden unter 300 Einwohnern üben alle 14 Tage 2 Stunden.

4.) Alle Wehren, ob Freiw. oder Pflicht führen ab sofort das seit Jahren geforderte Dienstbuch, in das jeder Dienst, ob Übung oder Einsatz eingetragen sein muss, von der ordnungsgemäßen Führung des Dienstbuches werde ich mich überzeugen.

5.) Jede Wehr meldet mir innerhalb 14 Tagen zu welcher Zeit an welchen Tagen der Woche der Übungsdienst angesetzt ist, damit ich mich von der Durchführung überzeugen u helfend oder beratend mitwirken kann.

6.) Sollte aus irgend einem Grunde nach Ihrer Meinung dieses nicht durchzuführen sein, bitte ich mir das mitzuteilen damit ich dann von hier aus den Dienst festsetzen kann. Mein Auftrag lautet, scharf durchzugreifen, Nachlässigkeiten mit allen Mitteln zu ahnden, ich hoffe keiner meiner Kameraden gibt mir hierzu Gelegenheit, denn dann ist das Ziel erreicht, eine jederzeit einsatzbereite technische Hilfspolizeitruppe zu sein, ich verlange von jedem einzelnen das er als freier Mann willig seine Pflicht erfüllt.

Hagemann Kreisführer

In der gesamten Zeit der Pflichtfeuerwehr kam es in unseren Ortschaften zu verschieden Bränden, von denen die größeren in den Einsatzbüchern der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Verden verzeichnet sind, die jeweils nachbarliche Löschhilfe leistete :

1913 Brand in Hönisch

1914 Größeres Feuer in Gr.Hutbergen

1916 Feuer am Kl.Hutberger Weg

1919 Brand in Hinter Hönisch

Ob und mit welchem Erfolg die Pflichtfeuerwehr aus unseren Ortschaften bei den vorgenannten Bränden eingesetzt war, ist nicht mehr nachzuvollziehen.

Am 21. Mai 1943 kam es zu einem Großfeuer in der Hutberger Ziegelei, die von der Marine als Lager genutzt wurde. Hier war auch unsere Pflichtfeuerwehr eingesetzt. Das Lager und damit die Ziegelei brannte aber weitestgehend ab; die Brandursache konnte selbst von der GESTAPO aus Bremerhaven nicht geklärt werden.

Nach dem zweiten Weltkrieg liegt auch das Feuerlöschwesen weitestgehend am Boden. Neuanfang heißt die Parole. Aber alles was irgendwie Ähnlichkeit mit Militärischem hat, wo Befehl und Gehorsam eine Rolle spielen oder wo Uniformen und Stahlhelme sich zeigen, ist nicht mehr sonderlich gefragt. Doch darauf nimmt der Rote Hahn keine Rücksicht.

In den ersten Nachkriegsjahren ist der Feuerschutz in vielen Dörfern und Gemeinden im Landkreis Verden nicht sichergestellt. 1946 sind im Landkreis Verden nur vorhanden: 37 Handdruckspritzen, 16 Tragkraftspritzen, 4 Löschgruppenfahrzeuge und 9 Behelfslöschfahrzeuge. Man muss und will wieder anfangen und viele verantwortungsbewusste Gemeinden und Feuerwehrmänner stellen sich der nicht leichten Aufgabe in schwieriger Zeit.

Die Feuerwehren in den westlichen Besatzungszonen entwickeln sich nach der Vorstellung der jeweiligen Besatzungsmacht über die Funktion einer solchen Organisation. Das dem Feuerwehrwesen von der Besatzungsmacht Bedeutung beigemessen wird, zeigt folgendes Rundschreiben des Kreisbrandmeisters:

Verden/Aller, den 8. April 1947 Rundschreiben an alle Feuerwehren des Kreises Verden.

Vom Kreistag sowie vom Kreisausschuß bin ich bestätigt und bleibe somit im Amt. Ich danke Ihnen für Ihre Mitarbeit und hoffe auch ferner auf gute Zusammenarbeit und gute Kameradschaft.

Wie ich in Erfahrung gebracht habe ist der Feuerwehroffizier der Militär-Regierung Stade, Kapt. Reid, dabei, alle Feuerwehren in den einzelnen Kreisen zu alarmieren und zu überprüfen. In Anbetracht dessen, daß in den langen Wintermonaten weder Übungs- noch Ausbildungsdienst abgehalten werden konnte, bitte ich nunmehr unverzüglich alles Versäumte nachzuholen und zwar:

1.) Gerätehaus und Geräte restlos in Ordnung zu bringen.

2.) Alarmierung zu überprüfen.

3.) Übungen der Gruppe am Gerät.

4.) Das Gerät jederzeit in abfahrbereitem Zustand zu halten.

Bei der Überprüfung durch Kapt. Reid kommt es ihm in erster Linie auf Schnelligkeit an. Die Zeit von der Alarmierung bis zur Wasserabgabe nimmt Kapt. Reid mit der Stoppuhr. Ich bitte das Erforderliche zu veranlassen, damit wir keinen Reinfall erleben. Die Wehren, die mit den mir gelieferten blauen Windjacken uniformiert werden wollen, müssen mir schnellstens den Bedarf aufgeben.

Alle Oberbrandmeister und Hauptbrandmeister geben mit sofort ihre Kopfgröße auf.

Hagemann Kreisbrandmeister

Aus dem Jahr 1947 liegen uns einige Rundschreiben an die Feuerwehr im Original vor. Absender ist „Der Kreisbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr als Feuerwehrtechnischer Aufsichtsbeamter des Landkreises Verden". Einige dieser Schreiben sind gerichtet „An den Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr, Herrn Hans Schröder, (23) Gr.-Hutbergen".

Die Feuerwehr in Groß Hutbergen, Klein Hutbergen und Hönisch muss damals also als Freiwillige Feuerwehr beim Landkreis geführt worden sein. Man kann hierin wohl den Übergang der Pflichtfeuerwehr in die Freiwillige Feuerwehr sehen. Ein besonderer Nachweis über die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr mit Nennung eines Gründungsdatums ist nicht bekannt.

In Erkenntnis des Notwendigen wird die vordem befohlene Pflichtaufgabe von verantwortungsbewussten Männern in selbstverständlicher Freiwilligkeit weitergeführt. Die Freiwillige Feuerwehr lebt auf in unseren Ortschaften und der Zweckverband zwischen Groß Hutbergen, Klein Hutbergen und Hönisch wird wie selbstverständlich beibehalten.

Im Protokollbuch der Gemeinde Klein Hutbergen finden sich folgende Eintragungen, die erkennen lassen, dass man sich um den Brandschutz sorgt:

11. Januar 1947: Der Bürgermeister von Groß Hutbergen soll vorsichtig angeregt werden, die Feuerspritze gründlich in Ordnung zu bringen, damit sie im Ernstfälle einsatzbereit ist.

1. März 1947: Sobald der Frost nachgelassen hat, sollen die inzwischen fertiggestellten beiden Schilder, die auf die beiden Löschwasserentnahmestellen hinweisen, aufgestellt werden. Eine Überholung der Löschwasserstellen in der Ziegelei-Tongrube soll dann ebenfalls vorgenommen werden, damit im Ernstfalle Wasser vorhanden ist.

1. November 1947: Auf Antrag des Gemeindedirektors wurde beschlossen, die örtliche Feuerwehr, um die sich in den letzten Jahren niemand gekümmert hat, wieder aufzubauen. Zu diesem Zweck soll sich die hiesige Gemeinde mit Hönisch und Groß Hutbergen in Verbindung setzen, da ein Zweckverband zwischen diesen 3 Ortschaften besteht. Weiter wurde beschlossen, den Löschteich in der Tongrube sofort zu entschlammen. Diese Aktion nimmt der Bürgermeister in die Hand.

Auch im Protokollbuch der Gemeinde Hönisch findet man im Jahr 1947 einen Eintrag bezüglich der Feuerwehr, als im Mai beschlossen wurde, die Hydranten zu überprüfen und betr. der Schlauchpflegerei mit Groß Hutbergen Rücksprache zu nehmen, da beide Orte gemeinschaftlich die Feuerspritze und Schläuche haben.

Die Gemeinden bemühen sich also um die Belebung einer Feuerwehr und die Herrichtung der vorhandenen Handdruckspritze sowie der weiteren Gerätschaften und auch der Löschwasserstellen.

Diese Bemühungen werden 1948 fortgesetzt, wie das Protokollbuch der Gemeinde Klein Hutbergen zeigt:

5. Juni 1948: Bezüglich der Überprüfung der Löschwasseranschlüsse soll Johann Schröder aus Groß Hutbergen als zuständiger Feuerwehrführer aufgefordert werden, diese Überprüfung baldmöglichst vorzunehmen. Desgleichen soll er auf die Schlauchpflege nochmals hingewiesen werden.

In Hönisch gehören am 1. April 1948 unter dem Brandmeister Heinrich Reuter zehn Einwohner zur Feuerwehr.

Am 13. August 1948 kommt es zu einem Großfeuer auf dem Gut Hesse in Hönisch. Ein Scheunenflügel mit Getreidevorräten gerät in Brand. In der Scheune arbeitende Frauen können im letzten Moment vor den Flammen flüchten. Unsere Feuerwehr kommt mit ihrer Handdruckspritze zum Einsatz. Unterstützt wird sie von der Feuerwehr aus der Stadt Verden. Die Handdruckspritze wird an der Bundesstraße vor dem Gut an einen Löschwasserbrunnen angeschlossen und die Männer pumpen bis zur Erschöpfung, um das Feuer zu bekämpfen. Es gelingt in gemeinsamer Anstrengung, das Feuer an einer Brandwand aufzuhalten und damit eine Ausbreitung auf den gesamten Gebäudekomplex des Rittergutes zu verhindern.

Im Mai 1949 wird im Gemeinderat Hönisch der Feuerwehrausschuss gebildet, dem Heinrich Schröder jun. als Brandmeister, Heinrich Pehling als Stellvertreter und Heinz Weber als Mitglied angehören. Der Ausschuss beschließt bald die Einrichtung eines zweiten Hydranten in Hinter Hönisch.

Am 10. Dezember 1949 wird im Gemeinderat Hönisch über die Trinkwasserversorgung gesprochen und folgendes festgehalten: „Es wurde über die Wasserversorgung verhandelt und zwar ist festgestellt worden, daß Feuerlöschwasser genügend vorhanden ist, nur daß das Trinkwasser in Vorder Hönisch nicht ausreichend vorhanden ist."

Die Handdruckspritze für den Feuerlöschverband der drei Dörfer wird Anfang der Fünfziger Jahre durch eine Tragkraftspritze ersetzt. Da genaue Unterlagen fehlen, gibt das Protokollbuch der Gemeinde Groß Hutbergen dafür Hinweise:

Umzug mit Handdruckspritze Anfang der 50er

14. Dezember 1951: Es wurde beschlossen, das neu beschaffte Feuerlöschgerät gegen Kalkschäden zu versichern.

20. August 1952: Durch die unbedingt erforderliche Anschaffung einer Motorspritze des Feuerlöschverbandes Gr. u. Kl. Hutbergen und Hönisch erhöht sich die an den Verband zu entrichtende Umlage auf insgesamt 1646,30 DM. Der Mehrbetrag ist aus der vorgesehenen Ausgleichs- und Betriebsmittelrücklage von je 400,- DM zu decken.

Die neue Tragkraftspritze wird in einem Tragkraftspritzenanhänger zusammen mit den übrigen Feuerlöschgeräten transportiert. Dieser Anhänger wird im Handzug bewegt. Untergestellt ist der Anhänger im alten Spritzenhaus an der Dorfstraße in Groß Hutbergen.

Auch verfügen die Feuerwehrkameraden inzwischen über einheitliche Uniformen. Als Brandmeister fungiert zu dieser Zeit Helmut Reimers.

Das schwere Eisenbahnunglück auf der Wäternbrücke oberhalb der überschwemmten und zugefrorenen Allerwiesen fordert am 11. Januar 1955 auch den Einsatz unserer Feuerwehr.

Sonnabend nachmittag wurde die Freiwillige Feuerwehr durch die Feuersirenen alarmiert. beim Wagenwaschen war auf dem Hof der Lindhoopkaserne ein Brand entstanden, der aber bereits durch englische Soldaten gelöscht war, als die Feuerwehr mit gewohnter Schnelligkeit dort eintraf. Als die Wehr eben heimgekehrt war, ertönten die Sirenen zum zweiten Male. In Gr.-Hutbergen war auf dem Grundstück des Viehkaufmanns Otto Knust ein Feuer ausgebrochen, das infolge der trockenen Witterung sehr schnell um sich griff und zunächst das strohgedeckte Stallgebäude erfaßte und dann auf das Wohnhaus mit harter Bedachung übersprang. Das Stallgebäude wurde ein Raub der Flammen, das Wohnhaus konnte durch das Eingreifen der Feuerwehren vor einem Totalschaden bewahrt werden. Das Vieh ist restlos und das Inventar zum größten Teil durch Hilfsbereite gerettet worden. Der Schaden wird auf 15000 DM geschätzt. Die Entstehungsursache des Feuers ist bisher noch ungeklärt. Die Ortsfeuerwehr und die Wehr aus Verden arbeiteten an der Brandstelle mit anerkannt sehr exaktem Einsatz.

Ende des Jahres 1955 wird ein neues Spritzenhaus auf dem Schulgrundstück am Kohweidsweg in Klein Hutbergen gebaut. Dazu wird ein Pachtvertrag abgeschlossen der u.a. folgendes aussagt:

§1 Der Schulzweckverband Groß- und Klein-Hutbergen ist Eigentümer des in Klein-Hutbergen Nr. 30 gelegenen Schulgrundstücks einschließlich Schulgebäude usw. Auf diesem Grundbesitz hat der Spritzenverband Groß-Hutbergen, Klein-Hutbergen und Hönisch - und zwar auf einem Teilstück des Schulhofes zur Größe von 110 qm - ein Spritzenhaus errichtet.

Dieses vorgenannte Teilstück verpachtet hiermit der Schulzweckverband an den Spritzenverband zu einem jährlichen Pachtzins von 10,— DM (in Worten: Zehn Deutsche Mark)

Beim Übungsdienst mit dem TSA in Gr.Hutbergen

Dieses Spritzenhaus dient dann zur Aufnahme eines behelfsmäßigen Feuerwehrfahrzeuges, einem umgebauten Borgward-Kastenwagen mit dem Kennzeichen BN 70-5013. Dieses Fahrzeug ersetzt etwa 1954/55 den handgezogenen Tragkraftspritzenanhänger.

Unser erstes Fahrzeug

1957 wählen die Mitglieder der Feuerwehr Ernst Lage als Nachfolger für den Brandmeister Wilhelm Meyer, da dieser aus gesundheitlichen Gründen sein Amt abgibt. Die Feuerwehr trägt zu dieser Zeit noch folgende Bezeichnung:

Freiwillige Feuerwehr Groß-Hutbergen, Klein-Hutbergen, Hönisch

Der Bericht an den Landkreis aus diesem Jahr weist für unsere Feuerwehr 16 Aktive Mitglieder mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren aus. Man verfügt über eine TS 8/8, 4 Saugschläuche, 9 B- und 18 C-Schläuche. Die Löschwasserversorgung und auch die nachbarliche Löschhilfe und Alarmierung sind sichergestellt. In der Beurteilung der Feuerwehr in diesem Bericht wird die Ausbildung als „den örtlichen Gegebenheiten entsprechend ausreichend" und die Disziplin und Dienstfreudigkeit als „ausreichend" bezeichnet.

Die Freiwillige Feuerwehr trägt natürlich auch ihren Teil zur Dorfgemeinschaft bei. So nimmt man an Erntefestumzügen teil, führt Blindensammlungen durch und stellt am Volkstrauertag Ehrenwachen an den Ehrenmalen in Groß und Klein Hutbergen.

Erntefestumzug in Hönisch

Im Jahre 1958 erleidet das Feuerwehrfahrzeug Totalschaden, als es auf dem Weg nach Hinter Hönisch auf die Seite kippt. Der Verlust des Fahrzeuges wird vom Autokaskoschadensausgleich mit 1.150,- DM abgegolten. Für diesen Betrag wird ein gebrauchter Borgward-Krankenwagen beschafft, der zum Feuerwehrfahrzeug umgebaut wird.

Am 6. Mai 1959 ereignet sich in Hönisch ein folgenschwerer Lkw-Unfall, bei dem unsere Feuerwehr zur Hilfeleistung eingesetzt wird. Die VAZ berichtet darüber wie folgt:

Gestern nacht auf der Bundesstraße in Hönisch

LASTZUG NACH UNFALL IN FLAMMEN Fahrer kam ums Leben - Feuerwehr wurde alarmiert

In letzter Nacht gegen 0:45 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr durch Sirenen alarmiert. Auf der Bundesstraße in Hönisch war ein schwerer Lastzug in einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn abgekommen und mit voller Wucht gegen einen Straßenbaum geprallt. Dabei kam der Fahrer ums Leben. Der Verunglückte wurde im Führerhaus eingeklemmt. Da er mit Werkzeugen nicht zu bergen war, mußte ein Schweißgerät zu Hilfe genommen werden. Bei dieser Arbeit geriet der Lastzug mit seiner Stückgutladung in Brand, wodurch erheblicher Schaden angerichtet wurde. Das Feuer entstand, obwohl sofort Handfeuerlöscher eingesetzt wurden. Der Brand konnte jedoch bald von den Feuerwehren aus Hönisch-Hutbergen gelöscht werden. Der in der Schlafkabine des Lastzuges liegende Beifahrer erlitt durch den Unfall einen Nervenschock. Der Lastzug wurde total zertrümmert. Zum Abschleppdienst traf als erstes ein englisches Fahrzeug ein. Auch aus Bremen wurde ein Abschleppwagen herangeholt. Dennoch war der Verkehr nach dem Unglück nahezu vier Stunden in der Nachtzeit unterbrochen. Das verunglückte Fahrzeug ist in Dortmund beheimatet und befand sich auf der Heimfahrt. Der ums Leben gekommene Fahrer stand im Alter von 47 Jahren. Er hinterläßt Frau und zwei erwachsene Kinder.

Am nächsten Tag erscheint diese ergänzende Meldung:

Feuer entstand durch Kurzschluß

Die Ermittlungen der Polizei haben ergeben, daß das Feuer bei dem schweren Verkehrsunglück in der Nacht zum Mittwoch in Hönisch nicht durch ein Schweißgerät, sondern durch Kurzschluß entstanden ist. Der Tankstellenwärter hat beobachtet, daß nach dem Unfall das Fahrzeug sofort Feuer fing. Er nahm sofort einen Handfeuerlöscher und konnte auch die Flammen löschen. Nach einer kurzen Zeit schoß wieder eine Stichflamme aus dem Lkw, die ebenfalls nicht von den Schweißarbeiten stammen konnte. Lobend hervorzuheben ist das Verhalten der Hönisch-Hutberger Feuerwehr, die 17 Stunden uneigennützig im Einsatz war.

Der LKW-Unfall in Hönisch im Mai 1959

Leider verliert die Feuerwehr in diesem Jahr auch ihr Fahrzeug, den umgebauten Krankenwagen wieder. Es wird eines nachts von einem Bürger der Gemeinde Hutbergen, der am Abend dem Alkohol reichlich zugesprochen hatte, für eine Spritztour aus dem Feuerwehrhaus geholt. Die Fahrt endet nach wenigen Minuten an der Ecke Kohweidsweg/Klein Hutberger Weg. Der leicht verletzte Fahrer liegt mit dem Fahrzeug im Graben. Der Unfallwagen wird daraufhin verkauft und fährt noch über Jahre als grün gespritztes Nutzfahrzeug durch unsere Dörfer.

In dieser Zeit diskutiert man auch die Verbesserung der Alarmierung. Es bestehen Feuermeldestellen bei:

Franz, Hönisch

Otersen, Hinter Hönisch

Lühning, Groß Hutberger Straße

Ahnemann, Klein Hutbergen

Cordes, Groß Hutbergen

Diese Feuermeldestellen verfügen über einen Fernsprechanschluss. Bei Bekanntwerden einer Feuermeldung werden die jeweils anderen Feuermeldestellen telefonisch alarmiert und es wird mit Feuerhörnern Alarm geblasen.

Frau Franz aus Hönisch erinnerte sich, dass sie sich bei solchen Anlässen von einem Fahrer ihrer Kfz-Werkstatt durch Hönisch fahren ließ und dabei den Fahrer aufforderte, nur nicht zu schnell zu fahren, da es ihr eine besondere Freude war, mit dem Horn Alarm geben zu können.

Im Rahmen des Zivilschutzes werden mit Beginn der siebziger Jahre auch in unseren Ortschaften Luftschutzsirenen installiert, die auch für die Alarmierung der Feuerwehr benutzt werden. Diese Sirenen werden nach Telefonanruf durch Handschaltung ausgelöst, können aber auch über Druckknopf-Feuermelder ausgelöst werden.

1960 beschließt der Feuerlöschverband, für das beschädigte alte Fahrzeug ein neues Fahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) vom Typ „Ford Transit 1250" für 8200,- DM neu zu beschaffen. Die 3 Bürgermeister werden ermächtigt, den Kaufvertrag abzuschließen. Hönisch trägt 40%, Groß- und Klein-Hutbergen je 30% der Kosten. Das ersehnte Fahrzeug wird noch im gleichen Jahr an die Feuerwehr übergeben und mit dem Kennzeichen VER-TT 7 zugelassen. Es ist das erste normgerechte Fahrzeug der Feuerwehr. Das Fahrzeug bietet neben der feuerwehrtechnischen Beladung mit der Tragkraftspritze auch Platz für 6 Feuerwehrmänner, von denen allerdings vier auf einfachen Holzlattenbänken im Aufbau sitzen müssen.

Angetreten beim Übungsdienst in Hönisch

Am 5. Februar 1961 wird unsere Feuerwehr zur nachbarlichen Löschhilfe nach Döhlbergen gerufen, wo auf dem „Schwarzen Hof" ein Großfeuer ausgebrochen ist. Der vom Brand glutrot gefärbte Nachthimmel ist auch in unseren Ortschaften deutlich zu sehen.

Eine moderne Tragkraftspritze TS 8/8 der Marke Rosenbauer mit VW-Industriemotor kann 1962 in Dienst gestellt werden.

Das Protokoll der Jahreshauptversammlung 1966 enthält u.a. folgende bemerkenswerte Aussagen:

„Lehrlinge bekommen von der Wehr kostenlos eine Taschenlampe, alle anderen haben selbst für Lampen zu sorgen."

„Kamerad B. nimmt die alleinige Schuld für das völlige Versagen beim diesjährigen Wettkampf der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Verden in Achim auf seine Kappe. Es ist jedoch die einstimmige Meinung der gesamten Versammlung, daß eine Schuld eines einzelnen Kameraden nicht zu finden ist, sondern daß die Freiwillige Feuerwehr Hönisch-Hutbergen bei Wettkämpfen alljährlich vom Pech verfolgt wird."

Diese Jahreshauptversammlung wird zum ersten Mal vom neuen Gemeindebrandmeister Heinz Zehl geleitet, der das Amt von Ernst Lage übernommen hat.

Übungsdienst mit der neuen TS 8/8 „Rosenbauer"

1967 wird die Jugendfeuerwehr Hönisch-Hutbergen ins Leben gerufen, die vom Kameraden W. Belsch geführt wird und bei der Gründung 7 Mitglieder hat. 1968 wird dann bereits das erste Jugendfeuerwehrmitglied in die aktive Wehr übernommen

Im Dachgeschoß des Bartel'schen Wohnhauses in Hönisch bricht am 4. November 1970 gegen 20:00 Uhr ein Feuer aus, das von unserer Feuerwehr mit einem C-Rohr im Innenangriff und zwei C-Rohren im Außenangriff bekämpft wird. Wir werden von der Verdener Feuerwehr mit Atemschutzgeräteträgern unterstützt. Beim Eintreffen an der Brandstelle sitzt der Familienvater noch ruhig in seinem Ohrensessel in der Stube und sagt nur: „Da oben brennt's wohl."

Unsere Feuerwehr ist in diesen Jahren in den „Unterkreis 7" eingegliedert zu dem die Feuerwehren aus Ahnebergen, Barme, Döhlbergen-Rieda, Dörverden, Hönisch-Hutbergen, Stedorf, Wahnebergen und Westen zählen. Unterkreisbrandmeister ist der Kamerad H. Meyer aus Verden, der später von H. Alhusen abgelöst wird. 1970 findet der Unterkreiswettkampf dieser Feuerwehren in Hönisch statt. Verschiedene Alarmübungen führen unsere Feuerwehr immer wieder in die genannten Dörfer zur Löschhilfe, so zum Beispiel noch am 25. Juli 1971, als wir um 4:52 Uhr zu einer Übung nach Hiddinghausen bei Westen alarmiert werden. Es ist der Sonntagmorgen nach dem Hutberger Schützenfest. Unser TSF springt nicht an und muss angeschoben werden. Aber dennoch sind wir 22 Minuten nach dem Alarm am Einsatzort.

1971 zeichnet sich die bevorstehende Gebietsreform ab und veranlasst Brandmeister Heinz Zehl bei der Jahreshauptversammlung mitzuteilen, dass die Feuerwehr 1972 noch vom Feuerlöschverband finanziert wird. Danach wird sie von der Stadt Verden getragen.

Am 15. März 1972 unterzeichnen die Vertreter der Ortschaften Hönisch, Groß Hutbergen und Klein Hutbergen den Gebietsänderungsvertrag, mit dem sie ihre Selbständigkeit aufgeben und in die Stadt Verden (Aller) eingegliedert werden. Der Vertrag tritt am 1. Juli 1972 in Kraft.

Als „Gegenleistung" werden kommunalpolitische Maßnahmen zugesagt, u.a. der Bau eines Feuerwehrgerätehauses mit Nebenräumen und einem Unterrichts- und Aufenthaltsraum.

Diese Reform wirkt sich auch auf die Freiwillige Feuerwehr aus, denn sie bringt eine neue Satzung für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Verden, die am 14. November 1973 in Kraft tritt. Die Freiwillige Feuerwehr Hönisch-Hutbergen geht als Ortsfeuerwehr Hönisch-Hutbergen in die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Verden (Aller) ein, wie alle Freiwilligen Feuerwehren der eingegliederten Ortschaften. Der bisherige Gemeindebrandmeister wird nun Ortsbrandmeister und untersteht dem Stadtbrandmeister. Die Finanzierung der Feuerwehren erfolgt aus dem Haushalt der Stadt und die Ortsfeuerwehren melden ihren Bedarf über den Stadtbrandmeister. Der Feuerlöschverband Hönisch-Hutbergen, dessen letzte Verbandssatzung vom 16.11.1961 datiert, verliert damit seine Grundlage und löst sich auf. Auch die feuerwehrmäßige Untergliederung des Landkreises entfällt und wird jetzt durch die Gemeindefeuerwehren ersetzt. Die Feuerwehren der ehemaligen Unterkreise pflegen aber weiterhin eine gute Kameradschaft, die aus der langjährigen Zusammengehörigkeit resultiert.

Eine der letzten Handlungen des Feuerlöschverbandes ist die Beauftragung eines neuen Fahrzeuges für unsere Feuerwehr. Diese Beschaffung wird aber schon durch die Stadt Verden unterstützt. Der erforderliche Umbau des Feuerwehrhauses wird durch die Feuerwehrkameraden in Eigenleistung ausgeführt.

Eine Episode am Rande: Da bei den Feuerwehren der Stadt fast ausschließlich Fahrzeuge der Marke Mercedes gefahren werden, montieren wir kurzerhand an den Kühlergrill unseres Ford TSF einen Mercedes-Stern, um uns einzureihen.

Nach der Eingliederung der Feuerwehren in die Stadt laufen die Notrufe 112 aus den Ortschaften bei der ständig besetzten Verdener Feuerwehr auf und von hier aus werden dann die Feuersirenen in den Ortschaften ausgelöst.

13. November 1972, ein Orkan verursacht in der Bundesrepublik Millionenschäden. Mit Windstärke 12 rast der Sturm auch über den Kreis Verden und richtet verheerende Schäden an. In Groß Hutbergen wird eine große Scheune vollständig zerstört. Dabei gehen auch mehrere untergestellte Wohnwagen zu Bruch. Die Trümmer der Scheune versperren zusammen mit umgeknickten Strommasten die Ortsdurchfahrt. Unsere Feuerwehr wird zur Beseitigung der Gefahren und Schäden eingesetzt.

Am 19. Januar 1973 ist es dann soweit. Das neue Fahrzeug, ein LF 8 auf Mercedes 408 Fahrgestell mit Aufbau der Fa. Schlingmann, wird der Feuerwehr offiziell übergeben. Es wird mit dem Kennzeichen VER-TT 33 zugelassen. Das alte TSF wird durch die Stadt an einen Privatmann verkauft.

Das Fahrzeug verfügt neben der eingeschobenen Tragkraftspritze auch über eine Frontpumpe. Es bietet Platz für die neun Männer einer vollständige Löschgruppe. Auch die feuerwehrtechnische Beladung bringt eine Steigerung der Einsatzstärke für unsere Feuerwehr. Sie umfasst u.a. Atemschutzgeräte und eine Schaumlöschausrüstung. Die Ausrüstung wird in den folgenden Jahren noch ergänzt und zwar mit einem Sprechfunkgerät, einer Motorkettensäge, einem Stativscheinwerfer und einer Tauchpumpe. Von dieser Ausstattung profitieren die Bürger in Hönisch und Hutbergen und darüber hinaus in der gesamten Stadt Verden.

Vielleicht wirkt sich das neue Fahrzeug auch auf die Motivation der Feuerwehrkameraden aus, denn im Mai 1973 nehmen sie als Gastgruppe an den Wettkämpfen zum 100jährigen Bestehen der Feuerwehr Stedorf teil und kann in der Gruppe LF 8 den Sieg für sich verbuchen.

Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8

Das Jahr 1974 beginnt mit einem Einsatz am frühen Neujahrsmorgen. Eine Scheune an der B 215, nahe der Einmündung nach Wahnebergen, steht in Flammen und wird zusammen mit den Kameraden aus Verden gelöscht. Die gleiche Scheune wird 1995 bei einem weiteren Brand endgültig zerstört.

Am Sonntag, den 7. April 1974 werden wir in den Mittagsstunden zu einem Waldbrand im Stadtwald hinter der „Hexenküche" gerufen, brauchen aber nicht mehr einzugreifen. Glücklich heimgekehrt heulen die Sirenen am Nachmittag wieder. Es brennt Niederholz in der Tütheide. Aber auch hier bringen die Verdener Kameraden das Feuer schnell unter Kontrolle und wir rücken wieder ein.

So glimpflich geht es am Samstag, den 18. Mai nicht ab. Großalarm für alle Feuerwehren der Stadt sowie für den 2. Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft. Im Stadtwald, nahe dem Brunnenweg ist ein Waldbrand ausgebrochen. Wir sind Samstagnachmittag und Sonntagmorgen im Einsatz. Ein schweres Sommergewitter geht in der Nacht zum 18. August 1974 über der Stadt nieder. Dieses Gewitter bringt am Samstagmorgen gegen 6:00 Uhr ein Hagelschauer mit sich, bei dem Hagelkörner in der Größe von Tennisbällen aus einem schwefelgelben Himmel herniederprasseln und erhebliche Schäden anrichten. Unsere Feuerwehr muss daraufhin zur Gärtnerei in Borstel ausrücken und dort gefährlichen Glasbruch aus den Gewächshäusern entfernen.

In diesem Jahr wird unser LF 8 auch mit einem Sprechfunkgerät vom Typ SEM 57 ausgestattet.

Herausragendes und in Erinnerung bleibendes Ereignis des Jahres 1975 ist die große Waldbrandkatastrophe in Niedersachsen. Am Freitag, den 8. August, bricht im Landkreis Gifhorn ein Waldbrand aus, der sich in den folgenden Tagen zur größten Brandkatastrophe der Nachkriegszeit entwickelt. Auch in anderen Landkreisen im südöstlichen Niedersachsen kommt es zu großen Bränden, die erst in den nächsten zehn Tagen unter Kontrolle gebracht werden können. Es werden dabei Hilfskräfte aus dem gesamten Bundesgebiet eingesetzt. So auch die Kreisfeuerwehrbereitschaft Verden am 19. und 20. August. Unsere Feuerwehr wird für diesen Einsatz mit ihrem LF 8 in die Bereitschaft eingegliedert und nimmt mit sechs Kameraden daran teil. Man wird bei Eschede nördlich von Celle eingesetzt mit der Aufgabe, in verbrannter Erde immer noch aufflackernde Brandherde zu bekämpfen und bislang verschont gebliebende Kulturen vor der Vernichtung zu retten. Die beteiligten Kameraden werden 1977 für ihren Einsatz mit der Waldbrandmedaille ausgezeichnet.

Ein Großfeuer zerstört am Sonnabend, den 8. Mai 1976 zwei reetgedeckte Häuser des Jugendhof Sachsenhain in Dauelsen. Wir werden zusammen mit allen Feuerwehren der Stadt alarmiert und zur Brandbekämpfung sowie bei der nächtlichen Brandwache eingesetzt.

Die Chronik des Schützenvereins Hönisch erwähnt über das Jahr 1977: „Erstmalig wird in diesem Jahr das bisher hauptsächlich vom Schützenverein und von der Gemeinde unterstützte Erntefest gemeinsam vom sogenannten Ernteclub (Feuerwehr, Sportverein und Schützenverein) ausgerichtet." Es bleibt aber bei diesem einmaligen Zusammenschluss, denn danach wird das Erntefest in Hönisch aufgrund des mangelnden Zuspruches nicht mehr durchgeführt.

Am 16. August 1978 um 19:30 Uhr wird unsere Feuerwehr zu einem Scheunenbrand am Klein Hutberger Weg gerufen, wo schon die Verdener Feuerwehr im Einsatz ist. Die Scheune, offene Balkenkonstruktion mit Toschi-Dach, in der Heu- und Strohvorräte sowie landwirtschaftliche Geräte untergebracht sind, steht im Vollbrand. Wir rücken mit 17 Mann aus und übernehmen von den Verdener Kameraden drei C-Rohre, wobei die Schläuche liegenbleiben und nur die Strahlrohre und der Verteiler ausgewechselt werden. Es wird dann zunächst der Löschangriff von drei Seiten weitergeführt, um das offene Feuer abzulöschen. Man beginnt dann aber bald mit Haken und Forken das Heu und Stroh auseinander zu ziehen und Geräte aus der Scheune zu schleppen. Vom Bauhof der Stadt wird ein Unimog mit Frontlader angefordert. Der Einsatz des Unimogs erweist sich jedoch infolge unzureichender Bewegungsfreiheit als wenig wirkungsvoll und wird abgebrochen. Man beginnt dann, das Heu und Stroh von Hand aus der Scheune zu schaffen und nach und nach abzulöschen. Ein langwieriger und anstrengender Einsatz bis spät in die Nacht hinein. Als Brandursache wird später ein achtjähriges Kind ermittelt, das in der Scheune mit Streichhölzern gespielt hat. Der Schaden wird auf 75 000 DM geschätzt.

Das neue Niedersächsische Brandschutzgesetz tritt am 8. März 1978 in Kraft. Es ermöglicht auch Frauen den Eintritt in die Freiwilligen Feuerwehren. Im Landkreis Verden werden zwei Kreisfeuerwehrbreitschaften aufgestellt. Wir werden mit dem LF 8 in die KFB Verden-Süd eingegliedert und nehmen in den Folgejahren an mehreren Übungen dieses Verbandes teil. Die erste Übung führt uns mit dem 2. Zug in den Stadtwald Verden.

Die neue, moderne Rettungs- und Feuerwehrleitstelle des Landkreises nimmt am 2. Januar 1979 den Betrieb auf. Alle Notrufe 112 laufen jetzt hier auf und von hier werden die Sirenen über Funkfernsteuerung ausgelöst. Die Feuerwehren melden sich dann über Sprechfunk bei der Leitstelle und erhalten ihren Einsatzauftrag.

Im Februar 1979 kommt es in Norddeutschland nach heftigen Schneefällen zur „Schneekatastrophe". Auch im Landkreis Verden sind viele Straßen unpassierbar und es werden Fahrverbote verhängt. Zur Räumung werden auch Privatfirmen und die Bundeswehr eingesetzt. Jedem Räumfahrzeug wird ein Feuerwehrfahrzeug zugeteilt, um eine ständige Funkverbindung zu gewährleisten. Unsere Feuerwehr kommt dabei im Bereich der Gemeinde Dörverden zum Einsatz.

Der 20. Juli 1979 führt uns mit der Kreisfeuerwehrbereitschaft zu einer Einsatzübung nach Dorfmark in das dortige Gewerbegebiet.

Auch Ostern 1980 veranstalten wir ein Osterfeuer nahe dem Feuerwehrhaus, das gut besucht wird und im Laufe der Jahre zur Tradition wird. Die Feuerwehr begleitet auch den Laternenumzug in Hönisch mit Fackelträgern und führt in den Ortschaften Altpapiersammlungen durch. Wir sind aktiver Bestandteil der Dorfgemeinschaft.

Die diesjährigen Stadtwettkämpfe finden auf dem Sportplatz in Hönisch statt. Unsere LF-Gruppe belegt dabei den 3. Platz und die Jugendfeuerwehr kann sogar den 2. Platz erreichen.

Da wir Neuerungen gegenüber stets aufgeschlossen sind, ist es nur normal, dass in Hönisch-Hutbergen inzwischen auch schon Frauen aktive Mitglieder der Feuerwehr sind. Zu dieser Zeit durchaus noch keine Selbstverständlichkeit und auch nicht ohne Kritiker. Die ersten vier Frauen unserer Feuerwehr absolvieren im Herbst 1980 ihren Grundlehrgang.

Die Stadtwettkämpfe 1981 finden am 10. Mai in Eissel statt. Hierbei werden die neuen Wettkampfbestimmungen angewendet, nämlich „Menschenrettung, Pkw-Unfall mit Brandgefahr!". Unsere Feuerwehr nimmt mit einer LF-Gruppe teil, in der natürlich auch Frauen mitmachen und erreicht den 2. Platz. Bei den Kreiswettkämpfen am 19. September in Fischerhude erreicht unsere LF-Gruppe den 7. Platz. Die Frauen in unserer Wettkampfgruppe finden natürlich viel Beachtung, auch in der Presse.

1982 befasst sich der Ortsrat Döhlbergen-Hutbergen mit dem Umbau der Hutberger Schule für die Feuerwehr. Später wird in diesen Umbau auch ein neues Heim für den SV Hönisch einbezogen. Der Gedanke eines Mehrzweckgebäudes entsteht.

Bei der Jahreshauptversammlung am 16. November 1982 legt Heinz Zehl sein Amt als Ortsbrandmeister nieder und man wählt Günter Makowski zu seinem Nachfolger.

Ein Großfeuer auf dem Werderhof in Döhlbergen fordert am 29.12.1982 den ganzen Einsatz der Feuerwehren aus Döhlbergen-Rieda, Verden und Hönisch-Hutbergen. Es gelingt jedoch auch mit vereinten Kräften nicht, das reetgedeckte Haus vor der Zerstörung zu bewahren.

Im Jahr 1983 müssen wir neben einigen kleineren Einsätzen auch zu zwei Großfeuern in der Stadt Verden ausrücken. An der Grünen Straße bricht in den frühen Morgenstunden des 31. Mai ein Feuer aus, das sich auf Nachbargebäude auszubreiten droht. Einem weiteren Großfeuer fällt am 29. September das Lagerhaus einer Reitsportartikelfirma in der Marienstraße in Verden zum Opfer.

Die Hönischer Mühle brennt

Im Juni 1984 entscheidet sich der Stadtrat für den Bau des Mehrzweckgebäudes für Sportverein und Feuerwehr in Klein Hutbergen. Der 5. Entwurf aus dem Bauamt überzeugte. Obwohl ein Ratsmitglied eher zurückhaltend war, da in solchen Vereinsheimen „Schwarzgastronomie vermutet wird. Sein Kommentar nach Blick auf die Zeichnung: "Hier ist der Eingang, und da kommt sicherlich die Theke hin."

Jahrhunderte stand auf dem Allerdeich vor der Stadt Verden eine Windmühle. Durch ein ungeklärtes Großfeuer in der Nacht zum 8. Juli 1984 brannte die Windmühle vollkommen ab. Das Unglück geschah wenige Tage vor Abschluss eines Vertrages mit der Stadt Verden, die eine Restaurierung der Mühle durchführen wollte.

Um 1:03 Uhr geht in dieser Nacht bei der Leitstelle des Landkreises der Anruf eines Anwohners aus der Fischerstraße in Verden ein, der meldet, dass die Hönischer Mühle brennt. Der Feuerschein der bereits nach kurzer Zeit im Vollbrand stehenden Mühle ist weithin sichtbar. Es wird Sirenenalarm für die Feuerwehren aus Hönisch-Hutbergen und Verden ausgelöst. Unsere Feuerwehr rückt um 1:09 Uhr mit dem LF 8 aus und trifft gemeinsam mit dem TLF 8 der Verdener Kameraden am Brandort ein. Das TLF 8 wird mit der Schnellangriffseinrichtung sofort zum Schutz des unmittelbar benachbarten Wohnhauses eingesetzt.

Unsere Gruppe benutzt als Wasserentnahmestelle einen Löschwasserständer an der B 215 neben der Tankstelle. Der Verteiler wird in den Mühlenweg neben die alte Werkstatthalle gelegt. Es werden zwei C-Rohre und ein B-Rohr an der Nordseite der Mühle zur Brandbekämpfung vorgenommen. Eines der C-Rohre wird kurze Zeit später durch die alte Werkstatthalle zum Innenangriff in den Zwischenbau zwischen Mühle und Werkstatt verlegt, um hier die drohende Brandausbreitung zu verhindern. Beim Einsturz des Mühlenkopfes mit dem Flügelkreuz kommt es zu einem starkem Funkenflug, der durch den herrschenden leichten Ostwind in Richtung Hönisch getrieben wird und dessen Spuren im Dorf liegenbleiben. Nach Einfügen eines Verteilers in unsere Wasserversorgungsleitung wird ein weiteres C-Rohr zum Schutz des Wohnhauses an der B 215 / Ecke Mühlenweg vorgenommen, auf das ein starker Funkenflug niedergeht und dessen Bewohner auch ihren Flüssiggastank gefährdet sehen.

Auf dem Deich an der Ostseite der Mühle sind die Verdener Kameraden mit folgenden Fahrzeugen im Einsatz: TLF 8, LF 16, LF 8 S und LF 8. Es werden zwei Tragkraftspritzen zur Wasserentnahme an die Alte Aller gebracht und dann mehrere C- und B-Rohre an der Ost- und Südseite der Mühle vorgenommen. Das TLF 16 wurde im Mühlenweg in unsere Versorgungsleitung eingefügt und speiste nun im Tankbetrieb unsere Rohre und zwei C- sowie ein B-Rohr, die von der Besatzung des TLF 16 an der Mühlennordseite eingesetzt werden.

Der RW 2 des Landkreises wird zur Ausleuchtung der Brandstelle eingesetzt. Nachdem das Feuer unter Kontrolle und weitgehend abgelöscht ist, wird die DLK 23-12 aus Verden angefordert, um damit den oberen Kranz der Mühle zum kontrollierten Einsturz zu bringen.

Gegen 3:00 Uhr rücken die Verdener Kammeraden und der RW 2 ab. Zur Ausleuchtung werden ein Stromerzeuger und ein Stativscheinwerfer zurückgelassen. Etwa um 6:15 Uhr beenden wir unsere Lösch- und Aufräumungsarbeiten und lassen nur noch eine Brandwache mit 5 Mann zurück.

Die Brandwache wird um 10:00 Uhr aufgehoben. Es kehren ausgeruhte Kameraden und bauen die Schlauchleitungen ab. Das Fahrzeug war schon um 5:30 Uhr mit neuen Schläuchen wieder einsatzbereit bestückt worden. Alle benutzten Schläuche werden zur Feuerwehrtechnischen Zentrale in Verden gebracht.

Um 17:45 Uhr wird noch einmal das TLF 8 aus Verden angefordert, um wieder aufflammende Glutnester endgültig abzulöschen. Die ausgebrannte Mühle war den ganzen Tag bevorzugtes Ziel vieler Sonntagsspaziergänger. Als Brandursache wird von der Polizei Brandstiftung ermittelt, aber der Täter wird nie gefasst.

Der 23. Oktober 1984 bringt für eine Familie in Klein Hutbergen den plötzlichen Verlust ihres Wohnhauses, das am Vormittag bei einer Gasexplosion zerstört wird. Glücklicherweise wird dabei niemand verletzt. Unsere Feuerwehr wird nicht alarmiert, da es nicht zu einem Brand kommt. Wir sind jedoch betroffen, weil drei unserer Feuerwehrkameraden zu der Familie gehören.

Am 12.10.1985 rücken wir mit den beiden Kreisfeuerwehrbereitschaften zu einer Übung auf dem Fliegerhorst Wunstorf aus. Hier geht es um den Einsatz bei Flugzeugabstürzen. Unsere Gruppe wird zur Bergung von Fahrzeugen aus einem Hangar eingesetzt und muss danach ein Kraftstofflager mit einem Hydroschild sichern.

Im folgenden Jahr werden die Kreisfeuerwehrbereitschaften umorganisiert und eine der beiden Bereitschaften aufgelöst. Damit endet auch für unsere Feuerwehr die Mitarbeit in der Kreisfeuerwehrbereitschaft.

Brandschutz bei Motorradschau in Hönisch

Am 29.10.1986 weht der Richtfest auf dem Dachstuhl des Mehrzweckgebäudes am Kohweidsweg, in dem ja auch unsere Feuerwehr ihr neues Zuhause finden soll.

Obwohl die Stadtwettkämpfe der Verdener Ortsfeuerwehren am 9. Mai 1987 auf dem Sportplatz in Hönisch von uns veranstaltet werden, gelingt es uns auf dem heimischen Boden nicht, über den letzten Platz hinauszukommen.

Ein Sirenenalarm ruft unsere Feuerwehr am 19. August 1987 gegen 16:00 Uhr zu einem Brand auf dem Binnenschiff TIM an der Anlegestelle beim Betonmischwerk in Gr. Hutbergen. Gleichzeitig werden auch die Kameraden der Ortsfeuerwehr Verden über Funkmeldeempfänger alarmiert.

An der Einsatzstelle stellen wir sofort die Wasserversorgung aus einem nahegelegenen Löschwasserständer für das bereits im Löscheinsatz befindliche Verdener TLF 16 her. Wir nehmen dann unser Mittelschaumrohr vor, da in einem massiven Schaumrohreinsatz versucht werden soll, die brennende Schrottladung zu löschen. Der Wassereinsatz wird zunächst eingeschränkt, da damit zu viel Gewicht in das Schiff kommen könnte. Der Schaumrohreinsatz zeigt bald Erfolg. Zusätzliche Schaummittelvorräte werden von der FTZ herangeschafft.

Die Schrottladung wird dann mit einem Bagger aus dem Schiff entladen, abgelöscht und mit Containerfahrzeugen zu einem Lagerplatz einer Verwertungsfirma in Verden gebracht. Hier muss allerdings noch ein TLF aus Verden zu Nachlöscharbeiten eingesetzt werden.

Bei den Löscharbeiten auf dem Schiff werden die Trupps unter schwerem Atemschutz eingesetzt. Es kommt zu einem Zwischenfall, als ein Kamerad unter Atemschutz den Abstand zwischen Anleger und Schiff unterschätzt und beim Übersteigen ins Weserwasser fällt. Er ist jedoch mit einer Leine gesichert und kann schnell über ein Steckleiterteil, das ihm zugereicht wird, wieder auf den Anleger zurücksteigen.

Unsere Feuerwehr war zu diesem Einsatz mit 14 Mann ausgerückt und bleibt bis 22:00 Uhr an der Einsatzstelle.

Das Löschwasser aus dem Laderaum des Binnenschiffes muss später über eine Spezialfirma entsorgt werden. Noch während des Einsatzes nimmt ein vom Landkreis beauftragter Umweltexperte Wasserproben aus der Weser.

Weithin sichtbar stieg die dunkle Rauchwolke vom brennenden Binnenschiff ,,TIM" am Groß Hutbergener Mischwerk auf.

Um ca. 16.00 Uhr am 19.August 1987 wird unsere Feuerwehr zu einem Brand auf einem Binnenschiff an der Anlegestelle beim Betonwerk Matthai in Gr. Hutbergen gerufen. Gleichzeitig werden die Verdener Kameraden über Funkmeldeempfänger alarmiert.

Unser LF8 springt zunächst nicht an, kann aber durch ein Baufahrzeug, das sich bei Arbeiten am Sportplatz befindet, schnell angeschleppt werden.

An der Einsatzstelle stellen wir sofort die Wasserversorgung aus einem nahegelegenem Löschwasserständer für das sich bereits im Einsatz befindende Verdener TLF16 her. Wir nehmen dann unser Schaumrohr vor, da in einem massiven Schaumeinsatz versucht werden soll, die brennende Schrottladung zu löschen. Der Wassereinsatz wird zunächst aus Gewichtsgründen eingeschränkt. Der Schaumeinsatz zeigt bald Erfolg. Zusätzliche Schaummittelreserven werden von der FTZ herangeschafft. Die Schrottladung wird dann mit einem Bagger aus dem Schiff entladen, abgelöscht und mit Containerfahrzeugen zu einem Lagerplatz der Firma Löbl gebracht. Hier wird ein Verdener TLF zu Nachlöscharbeiten eingesetzt.

Im September 1987 feiert die Ortschaft Hönisch ihr 200jähriges Bestehen. Wir beteiligen uns mit einer Feuerwehrgruppe in der Kleidung von 1950 mit einem TSA sowie einer modern ausgestatteten Gruppe am Festumzug. Der nachfolgende bunte Nachmittag an der alten Schule in Hönisch wird von uns mit einer Einsatzvorführung bereichert.

Schlüsselübergabe für das neue Feuerwehrhaus

Das zum Mehrzweckgebäude erweiterte und umgebaute Schulgebäude am Kohweidsweg wird am 9. Dezember 1987 mit der offiziellen Schlüsselübergabe eingeweiht. Die Feuerwehr erhält damit eine geräumige Fahrzeughalle, zwei kleinere Geräteräume und einen Unterrichts- und Aufenthaltsraum, der aus dem ehemaligen Klassenraum entstanden ist. Die Wandtafel der Hutberger Schule hängt dort heute noch. In den Ausbau der Räume wird natürlich auch einiges an Eigenleistung von den Feuerwehrkameraden eingebracht.

Ein entlaufener Waschbär beschäftigt im Februar 1988 die Verdener Aller-Zeitung. Er wird auf dem Rittergut in Hönisch gesichtet und von einem Feuerwehrkameraden dingfest gemacht. Für diese mutige Tat wird der Kamerad bei der Jahreshauptversammlung vom Ortsbrandmeister mit einer Flasche „Bärenfang" ausgezeichnet.

Der 24. März dieses Jahres führt uns zu einem Großfeuer auf dem Gelände der Niedersachsenhalle in Verden. Die Lagerhalle für Strohballen brennt aus. Der Einsatz zieht sich bis in die Nacht hinein, da rund 100 Tonnen Stroh und Heu abzulöschen sind und danach auf die Bauschuttdeponie in Weitzmühlen geschafft werden müssen.

Die Stadtwettkämpfe 1989 werden am 20. Mai in Eissel ausgetragen und zwar erstmalig nach den neuen landeseinheitlichen Richtlinien. Dabei muss nun durch Wassertrupp und Melder an einem Übungsturm eine Steckleiter in Stellung gebracht werden. Der Angriffstrupp hat einen Verletzten aus einem Pkw zu retten, der Melder muss einen ordnungsgemäßen Funkspruch absetzen und der Schlauchtrupp hat ein C-Rohr vorzunehmen. Unserer LF-Gruppe gelingt es dabei, nach langen Jahren wieder einmal den ersten Platz zu belegen und als tagesbeste Gruppe ausgezeichnet zu werden.

Nach einem heftigen Gewitterregen versagt in der Stadt Verden am 7. August 1989 die Kanalisation und es kommt zu Wassereinbrüchen in vielen Kellern. Wir werden zur Unterstützung der Verdener Kameraden gerufen und beseitigen Wasserschäden in sechs Kellern.

Am Abend des 25. Januar 1990 wütet ein schwerer Sturm im Landkreis und richtet erhebliche Schäden an. Zur Beseitigung von Gefahren und Schäden werden viele Feuerwehren eingesetzt. Unsere Feuerwehr wird um 20:30 Uhr telefonisch davon informiert, dass in Groß Hutbergen der Schornstein eines Bauernhauses eingestürzt ist. Um 20:37 Uhr rücken wir aus. Wir finden den Kopf des eingestürzten Schornsteines im Flur des Erdgeschosses. Er hat beim Einsturz das Dach, den Dachboden und das Dachgeschoß durchschlagen aber glücklicherweise keine Personen verletzt. Die Erkundung ergibt dann, dass ein ca. 2 Meter langes Bruchstück des Schornsteines noch auf den Dachsparren liegt und ebenfalls abzustürzen droht. Dieses Stück wird mit Leinen und einem Ankerband im Dachstuhl gesichert. Es wird am nächsten Tag mit einem Kran einer Privatfirma geborgen.

Um 21:30 Uhr werden wir zu einem umgestürzten Baum in Klein Hutbergen gerufen. Wir schicken einen Teil unserer Gruppe zu diesem Einsatzort und räumen dort die Straße von Baumteilen.

Bei beiden Einsätzen besteht eine besondere Gefahr für die Männer durch den starken Sturm, gegen den man kaum oder gar nicht vorwärtsgehen kann und der Dachpfannen und auch Äste durch die Luft wirbelt.

Eine unserer Ausflugsfahrten führt uns vom 14. bis 18. Juni 1990 nach Balderschwang im Allgäu. Im Rahmen dieser Fahrt besuchen wir am 16. Juni den 26. Deutschen Feuerwehrtag in Friedrichshafen am Bodensee. Ein besonderes Erlebnis.

Unerwartet belegt unsere LF-Gruppe beim Kreis-Leistungswettbewerb am 30.06.90 in Bässen den 3. Platz in der LF-Gruppe in einem Feld von 20 Teilnehmern.

Der 7. November 1990 ist das Datum der Indienststellung unserer neuen TS 8/8 Rosenbauer „FOX" mit BMW-Motor. Die alte „Rosenbauer", die 25 Jahre im Einsatzdienst stand, wird von der FTZ des Landkreises übernommen und dort für die Maschinistenausbildung genutzt.

Bei der Jahreshauptversammlung 1990 werden drei Kameraden für ihre 40jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet.

Im Januar 1991 blicken wir auf 10 Jahre Altpapiersammlungen in Hönisch und Hutbergen zurück. So manche Tonne Altpapier ging bei den Sammlungen, die viermal jährlich von uns durchgeführt werden, durch unsere Hände. Der Erlös der Altpapiersammlungen fließt in die Jugendfeuerwehr.

Ein Kellerbrand in der Bgm.-Ahnemann-Straße in Klein Hutbergen wird am 18.02.1991 von uns mit einem C-Rohr bekämpft. Der Angriffstrupp muss dabei mit schwerem Atemschutz vorgehen. Im gleichen Wohnhaus kommt es 1995 zu einem Zimmerband im Erdgeschoß und am 24. Dezember 1996 werden wir wieder zur gleichen Adresse gerufen, weil ein Fondue in Brand geraten ist, diesmal in der Dachgeschoßwohnung.

Die Wettbewerbsgruppe unserer Feuerwehr stellt beim Kreis-Leistungswettbewerb am 20. Juni 1992 erneut ihr Können unter Beweis. In der LF-Gruppe können wir den 3. Platz erreichen.

Einsatzübung: Menschenrettung unter schwerem Atemschutz

Im November 1992 findet man in der VAZ folgende Schlagzeile über dem Bericht zu unserer Jahreshauptversammlung:

Nach zehnjähriger Amtszeit Wechsel in der Führung der Ortswehr Hönisch-Hutbergen, Wolfgang Schmidt zum Nachfolger von Günter Makowski gewählt.

Einquartierung im Feuerwehrhaus. Der Kindergarten Hönisch zieht im März 1993 in den Unterrichtsraum der Feuerwehr ein und findet hier für ca. 3 Monate sein Zuhause. In dieser Zeit wird der Kindergarten in Hönisch umgebaut. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den Kindern und ihrer Feuerwehr.

Bei den Stadt-Leistungswettbewerben 1993 in Eitze schafft unsere LF-Gruppe wieder den Sprung auf den 1. Platz.

Besuch beim Kindergarten in Hönisch

Trotz dieser guten Leistung wird ein Problem in unserer Feuerwehr immer offensichtlicher: Wir benötigen neue Mitglieder! 1993 sind 27 Aktive Mitglieder im Dienstbuch verzeichnet.

Am Sonntag, den 17. April 1994 müssen wir zur Verstärkung der Döhlberger Kameraden zu einem Scheunenbrand nach Rieda ausrücken. Der Einsatz erweist sich wieder einmal als langwierig, da alles Stroh aus der Scheune zu schaffen und abzulöschen ist.

Aber auch andere Einsätze sind zu absolvieren. So müssen wir im Juni 1994 an der Suche nach einer vermissten Person im Gebiet Hönisch-Hutbergen teilnehmen. Vermisst wird eine ältere Dame, die orientierungslos ist. Die Suche wird am Abend nach entsprechenden Hinweisen auf den Verdener Stadtwald ausgedehnt, verläuft aber leider erfolglos. Beteiligt an der Suche sind das DRK, die Ortsfeuerwehr Verden und auch ein Hubschrauber der Polizei.

Weitere Einsätze in diesem Jahr sind als typisch zu bezeichnen: Beseitigung eines beim Sturm umgestürzten Baumes, Abstreuen einer Ölspur, Bergung eines Tierkadavers aus der Weser.

Im August 1995 starten wir eine Aktion zur Mitgliederwerbung in unseren Ortschaften. Dabei fahren wir mit Alarm in unsere Ortschaften, stellen unsere Arbeit in Form von Einsatzübungen dar, sprechen anschließend unsere Mitbürger an der Haustür auf eine Mitgliedschaft in der Feuerwehr an und verteilen Informationsmaterial. Leider bleibt diese Aktion ohne Resonanz.

Bericht über eine ungewöhnliche Einsatzübung:

Alarm nach „schwarzer Messe": Klein Hutbergen am Freitag, den 25. August 1995, gegen 19 Uhr: Ein heftiges Gewitter geht auf die kleine Ortschaft nieder. Blitze zucken, Donner grollt.

Kurze Zeit später heulen die Feuersirenen und ein Großaufgebot an Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeugen fahren mit Blaulicht und Martinshorn nach Klein Hutbergen. Ihr Ziel ist ein landwirtschaftliches Anwesen am Ortseingang, von dem weithin sichtbar Rauch aufsteigt. Etliche Bewohner Klein Hutbergens sind beunruhigt und machen sich auf den Weg zum vermeintlichen Brandort. Doch was sie dort antreffen ist kein Ernstfall sondern eine großangelegte Einsatzübung von Rettungsdienst und Feuerwehr.

Laut Vorgabe der Übungsleitung sind im Anschluss an eine von Jugendlichen durchgeführte „schwarze Messe" Heu- und Strohvorräte auf dem Boden des Anwesens durch offene Kerzen in Brand geraten. Das Feuer hat die unter Alkohol- und Drogeneinfluss stehenden Sektenmitglieder überrascht und in Panik versetzt. Teilweise sind die Jugendlichen aus den Bodenluken gesprungen oder auf den Spitzboden geflüchtet, wo sie vom Feuer eingeschlossen werden. Sie müssen von Feuerwehrleuten aus Hönisch-Hutbergen und Verden unter Einsatz von schwerem Atemschutzgerät über die Drehleiter gerettet werden. Die Brandbekämpfung, die zeitgleich mit mehreren Strahlrohren eingeleitet wird, wird durch die nachalarmierte Ortsfeuerwehr Döhlbergen-Rieda unterstützt. Nach und nach werden auf dem weitläufigen Anwesen immer mehr bedrohlich echt geschminkte und mit schwarzen Kapuzen und Umhängen verkleidete „Verletzte" gefunden. Es handelt sich um Mitglieder der realistischen Unfalldarstellung des DRK, die bei ihrer Rettung zum Teil sogar heftigen Widerstand leisten. Sie werden von den eingesetzten Feuerwehrfrauen und -männern beruhigt und zur medizinischen Versorgung an Angehörige des Rettungsdienstes übergeben. Neben mehreren Schnelleinsatzgruppen des Rettungsdienstes sind auch drei Notärzte bei der Übung im Einsatz. Vor dem Anwesen wird eine Sammelstelle eingerichtet, von wo aus die „Verletzten" zu einem Verbandsplatz auf dem Sportplatz am Kohweidsweg gefahren werden. Hier hat eine Arztgruppe drei Zelte aufgebaut, in denen die „Patienten" vor ihrem Weitertransport in umliegende Krankenhäuser zwischenversorgt werden.

Auch ein Hubschrauberlandeplatz wird eingerichtet, um die „Schwerstbrandverletzten" in entsprechende Spezialkrankenhäuser fliegen zu können. Die Ausleuchtung des Landeplatzes übernimmt die Feuerwehr. Auch die Rettungsleitstelle „spielt" bei der Übung mit (der diensthabende Disponent erkundigt sich in verschiedenen Kliniken nach freien Verbrennungsbetten).

Insgesamt sind bei der Übung über 100 Angehörige der Feuerwehr und des Rettungsdienstes mit 25 Fahrzeugen über drei Stunden im Einsatz. Die anschließende Verpflegung wird von einer Versorgungsgruppe des DRK durchgeführt.

1996 können wir beim Stadt-Leistungswettbewerb am 22. Juni in Eissel wieder den Sieg in der LF-Gruppe für uns verbuchen.

Der Dezember 1996 wird zu einem einsatzreichen Monat:

Am 1. Dezember gibt es um 5:46 Uhr Sirenenalarm: An der Nienburger Straße in Hönisch gerät der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Brand. Bei der Bekämpfung des Großfeuers werden wir von der Ortsfeuerwehr Verden unterstützt.

Am 21. Dezember ist eine Ölspur nach einem Verkehrsunfall auf der B 215 zu beseitigen.

Am 24. Dezember werden wir um 22:05 Uhr alarmiert. In Klein Hutbergen ist ein Fondue in Brand geraten. Das Feuer kann jedoch durch die Wohnungsinhaber weitgehend gelöscht werden, bevor größerer Schaden entsteht.

Am 27. Dezember ertönen die Sirenen um 15:13 Uhr. An der Langen Straße in Hönisch brennt ein Wohnhaus. Unerklärlicherweise steht hier nahezu schlagartig das komplette Erdgeschoß und auch die Wohnung im Dachgeschoß in Flammen. Die Bewohner können das Haus rechtzeitig verlassen, obwohl sie die Brandentstehung nicht bemerkt haben. Der Einsatz ist um 19:30 Uhr beendet.

Einsatz in der Langen Straße in Hönisch

Der Geschichte der Alarmierung wird nach Feuerhörnern und Sirenen 1997 ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Den wichtigen technischen Fortschritt erreichen wir am 17. Februar mit der Übergabe von 10 Funkmeldeempfängern an eine entsprechende Zahl von Feuerwehrkameraden. Diese „Pieper" ermöglichen die Alarmierung der Kameraden auch an ihrem Arbeitsplatz in der Stadt Verden. Die Beschaffung der Funkmeldeempfänger wird zur Hälfte vom Landkreis getragen während die andere Hälfte der Kosten von unserer Feuerwehr aufgebracht wird. Einige ortsansässige Firmen unterstützen uns dabei mit großzügigen Spenden. Die Stadt Verden übernimmt die Unterhaltungskosten. Der erste Alarm, der uns über die neuen Funkmeldeempfänger erreicht, lautet: „Katze im Baum!"

Übergabe der Funkmeldeempfänger

In diesem Jahr nimmt auch die neue Rettungs- und Feuerwehrleitstelle des Landkreises ihren Betrieb auf. Wesentliche Neuerung ist dabei ein Einsatzleitrechner. Die Ortsfeuerwehren haben dafür im Vorfeld Alarm- und Ausrückeordnungen (AAO) erstellt, in denen möglichen Einsatzereignissen (Alarmstichworten) entsprechend der örtlichen Zuständigkeit die erforderlichen Einsatzkräfte zugeordnet werden. Diese AAO's werden mit dem Wissen der Leitstelle ergänzt und in den Rechner eingegeben. Der Rechner kann damit dem Disponenten in der Leitstelle entsprechend der eingehenden Meldung einen Einsatzvorschlag machen, den dieser bestätigen kann, woraufhin der Rechner die erforderlichen Funkmeldeempfänger und Sirenen selbsttätig auslöst.

Am 13. Mai 1997 gerät in Hönisch an der Langen Straße in einem Wohnhaus eine Gasleitung bei Instandsetzungsarbeiten in Brand. Wir rücken zusammen mit den Verdener Kameraden aus. Der Einsatz birgt ein besonderes Risiko in sich, da vorübergehend Explosionsgefahr besteht. Bei dem Haus handelt es sich übrigens um

das gleiche Haus, das im Dezember ausgebrannt war und nun wieder hergerichtet wird.

Mit dem 1. Platz bei den Stadt-Leistungswettbewerben am 14. Juni 1997 in Döhlbergen geht auch der Wanderpokal für die LF-Gruppen endgültig in unseren Besitz über.

Im Herbst dieses Jahres finden sich einige Kameraden, die den Bodenraum über unserer Fahrzeughalle zu einem Raum für unsere Jugendfeuerwehr ausbauen. Ein „Schmuckstück" entsteht rechtzeitig zum 30jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr.

Die Stadt Verden bestellt im Januar 1997 ein neues Fahrzeug für unsere Feuerwehr, ein LF 8/6 nach neuester Norm, das auch 600 Liter Wasser mitführt und dafür mit einer Schnellangriffseinrichtung ausgestattet ist. Aus Kostengründen führt man die Beschaffung im Rahmen einer Sammelbestellung über die Kommunale Wirtschafts- und Leistungsgesellschaft (KWL) in Hannover durch. Die Ausschreibung wird von der Firma GFT in München gewonnen, die das Fahrzeug auf einem Mercedes-Fahrgestell vom Typ 814F aufbaut. Es kommt jedoch zu einer erheblichen Lieferverzögerung, so dass die für August angekündigte Auslieferung des Fahrzeuges bis in das nächste Jahr verschoben werden muss.

Das Jubiläumsjahr 1998 scheint für unsere Feuerwehr besonders erfolgreich zu werden.

Der gelungene Ausbau des Jugendraumes wird im Februar in Eigenleistung fertiggestellt und bietet interessierten Jugendlichen aus unseren Ortschaften einen neuen Treffpunkt für eine alternative Freizeitgestaltung.

Mit Ortsbrandmeister Wolfgang Schmidt übernimmt am 1. Februar ein Feuerwehrmann aus Hönisch-Hutbergen das Amt des Stadtbrandmeisters und damit die Verantwortung für alle Feuerwehren der Stadt Verden.

Unsere Jugendfeuerwehr kann sich für das Quizturnier auf Kreisebene qualifizieren und gewinnt dieses im März mit einer überzeugenden Leistung.

Am 3. April wird uns das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 mit dem Kennzeichen VER-TT 52 von der Stadt Verden offiziell übergeben. Zur Übergabe ist die Ortsfeuerwehr mit Jugendfeuerwehr, Aktiver Wehr und Altersabteilung angetreten. Hier steht nun ein modernes Feuerwehrfahrzeug für die Ortschaften Hönisch und Hutbergen, für die Stadt Verden und darüber hinaus zur Verfügung. Die leistungsfähige Technik des Fahrzeuges dient dem Schutz der Menschen in unseren Ortschaften und stellt eine Verbesserung der Sicherheit dar, sowohl für in die Not geratenen Nachbarn als auch für die eingesetzten Feuerwehrleute. Leider muss auch angemerkt werden, dass die Indienststellung des Fahrzeuges nicht reibungslos verläuft, denn Mängel am Fahrzeug machen Nachbesserungen durch den Hersteller erforderlich. Das Herstellerwerk hat bei der Auslieferung die Endkontrolle eingespart, die nun von unseren Kameraden durchgeführt worden ist. Aber mit beharrlichem Nachfordern und viel Eigeninitiative erreichen wir schließlich eine Ausstattung des Fahrzeuges entsprechend den Erfordernissen. Es ist schließlich UNSER Fahrzeug, mit dem wir uns identifizieren müssen, um damit über viele Jahre gute Arbeit leisten zu können. Unser LF 8, das 25 Jahre bei uns im Einsatzdienst stand, wird von der Stadt an eine Firma verkauft, die mit Feuerwehrfahrzeugen handelt und das Fahrzeug angeblich zur Weiterverwendung als Feuerwehrfahrzeug nach Argentinien liefern will.

Das neue LF 8/6: ein zeitgemäßes Werkzeug für unsere Feuerwehr

Ortsbrandmeister Jürgen Struß
0175 - 9463986
juergen.struss@feuerwehr-verden.de

Jugendfeuerwehrwart Daniel Teubert
0162 - 1008371
daniel.teubert@feuerwehr-verden.de

Kinderfeuerwehrwartin Antje Hüser
antje.hueser@feuerwehr-verden.de