Zehn Verletzte nach Kellerbrand
(02.05.2007) - Bei einem Kellerbrand in einem Mehrfamilienwohnblock in Verden sind in der Nacht zu Mittwoch zehn Menschen verletzt worden - zwei von ihnen schwer. Insgesamt bis zu 30 Personen mussten vom Rettungsdienst untersucht und betreut werden. Den Brand in einem Abstellraum hatte die Feuerwehr schnell im Griff.
Gegen 0.20 Uhr war der Brand an der Straße Maulhoop bemerkt und gemeldet worden. Beim Eintreffen der Feuerwehr - insgesamt mit neun Fahrzeugen und 37 Kräften im Einsatz - drang dichter Qualm aus einem Kellerfenster und durch das Treppenhaus, durch das die meisten Bewohner gerade flüchteten. Bei dem betroffenen Gebäude handelte es sich um einen dreigeschossiges Acht-Parteien-Wohnblock, direkt angrenzend an einen baugleichen Block.
"Es ist menschlich nachvollziehbar, dass die verängstigten Bewohner das Haus verlassen wollten", sagte Feuerwehr-Pressesprecher Michael Folwaczny. "Jedoch war es genau der falsche Weg, die Wohnungstüren zu öffnen und sich in den lebensgefährlichen Brandrauch zu begeben." In vergleichbaren Situationen sollten Bewohner Ruhe bewahren, die Türen schließen und am Fenster auf sich aufmerksam machen. Zumeist sei es sicherer, wenn die Betroffenen in ihren Wohnungen blieben, oder notfalls über Leitern gerettet werden. Erst vor knapp zwei Jahren starben in Berlin neun Menschen (einer von ihnen später im Krankenhaus), nachdem sie sich ebenfalls durch das verqualmte Treppenhaus eines Wohnhauses retten wollten.
Der Rettungsdienst - darunter zahlreiche ehrenamtliche Kräfte - rückte mit einem Großaufgebot an. Bis zu 30 Personen mussten betreut und untersucht werden. Zunächst kamen die Hausbewohner in Mannschaftswagen von DRK und Feuerwehr unter, bis im städtischen Bauhof eine Verletztensammelstelle eingerichtet werden konnte. Zehn Menschen transportierte der Rettungsdienst mit Rauchgasvergiftungen in die Krankenhäuser nach Verden, Achim und Rotenburg. Zwei von ihnen waren so schwer verletzt, dass sie in die Intensivstation aufgenommen werden mussten.
Die Feuerwehr ging unterdessen mit zwei Trupps unter Atemschutz in den verqualmten Keller vor. Mit zwei C-Rohren näherten sich die Helfer von zwei Eingängen her dem Brandherd. Das Ablöschen des rund zehn Quadratmeter großen Kellerabteils war eine Sache von Minuten. Hier waren eingelagerte Gegenstände wie Autoreifen, ein Teppich und Müllsäcke in Flammen aufgegangen. Die unverletzten Bewohner konnten nach Abschluss des Feuerwehreinsatzes wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.
Mit geschätzten 10.000 Euro ist der Brandschaden vergleichsweise gering. Die Polizeiinspektion Verden/Osterholz, deren Beamte noch in der Brandnacht erste Ermittlungen aufgenommen hatten, geht von Brandstiftung aus. Eine konkrete Spur haben die zuständigen Ermittler des 1. Fachkommissariats noch nicht. Auch am Morgen nach dem Brand sicherten Beamte des Erkennungsdienstes die Spurenlage am Brandort.






