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Wilde Eichhörnchen stürmen Wohnhaus

(25.07.2006) - Das Leben schreibt Geschichten, die mag man nur glauben, wenn man sie selbst gesehen hat. Zum Beispiel die Sache mit den Eichhörnchen, die ein Ehepaar aus der Bürgermeister-Urban-Straße am Dienstag erlebte. Eine wilde Eichhörnchen-Familie stürmte das Wohnhaus - und wollte es nicht mehr verlassen. Letztlich musste die Feuerwehr anrücken, um die roten Baumkletterer wieder ins Freie zu geleiten.

Der Hausbesitzer hatte am frühen Morgen gegen 7 Uhr eigentlich nur seine Zeitung aus dem Briefkasten holen wollen und dazu die Eingangstür geöffnet. "Plötzlich wirbelte etwas zwischen meinen Beinen, ich dachte erst, das sind Ratten", berichtete der Mann später der Feuerwehr. Eine vierköpfige Eichhörnchenfamilie, die Mutter und drei Jungtiere, hatte die Gelegenheit genutzt und war in den Flur gehuscht. Warum sie in das Haus wollte, weiß keiner. Bislang hatten die Hausbewohner keinen solch direkten Kontakt mit den Nagern gehabt, sie auch nie gefüttert.

Während das Muttertier wieder nach draußen gejagt werden konnte, flitzten die drei Jungtiere über eine Treppe in den Keller. Und verschwanden zwischen Schränken, Betten und Teppichen. Die Rentner waren ratlos und riefen schließlich über den Notruf 112 die Feuerwehr zu Hilfe. Die rückte zunächst mit zwei Mann an. Eines der Eichhörnchen konnte im Lichtstrahl eines Handscheinwerfers schnell unter einem Bett entdeckt werden. Doch ehe die Männer es zu fassen bekamen, wieselte es unter einen Schrank - ein Herankommen war unmöglich. Per Kleinschleife alarmiert, rückten daraufhin drei weitere Feuerwehrmänner mit einem Rüstwagen an. Sie mussten zunächst Teile des Bettes und des Schranks demontieren. Und tatsächlich gelang es den Helfern, den Nager in eine Ecke zu treiben und mit einem beherzten Griff einzufangen. Mit einer Tiertransportbox ging es aus dem Gebäude - dann konnte der Kleine freigelassen werden. Vermutlich wird das Jungtier recht schnell wieder die Mutter gefunden haben. Die lief nämlich anfangs aufgeregt um das Haus - in dem die Besitzer wohlweislich alle Türen und Fenster geschlossen hatten - kratzte an den Scheiben und versuchte zu ihrem Nachwuchs zu gelangen.

Gleich im nächsten Raum entdeckten die Wehrmänner das zweite Eichhörnchen, fast zeitgleich fand der Hausbesitzer den Kandiaten Nummer drei. Letzterer saß hinter einer Truhe und hatte überhaupt keine Lust sich von zwei Feuerwehrleuten einfangen zu lassen. Ganz im Gegenteil: Das flinke Tier erwies sich als rotzfrech und kletterte am Bein, über den Rücken bis auf den Kopf eines Feuerwehrmannes. Doch die wilde Flucht und Hatz, die mitunter sogar mit Hechsprüngen der Einsatzkräfte durch die Kellerdiele verbunden war, endete letztlich ebenfalls für das fiepende rote Fellknäuel im Tierfangkorb - und dann vor dem Haus in der Freiheit.

Der zweite Nager saß unterdessen immer noch gut getarnt hinter einer Schrankwand. Mit einer teleskopierbaren Stange - eigentlich für die Wasserrettung gedacht - sollte der Kleine eigentlich hinter dem Schrank hervorgejagt und auf der anderen Seite eingefangen worden. Diese Idee gefiel dem Eichhörnchen aber nicht und es setzte sich einfach auf die Stange. Doch es hatte seine Idee nicht zu Ende gedacht, denn jetzt hatte die Feuerwehr leichtes Spiel. Der Feuerwehrmann musste nur die Stange lediglich schräg halten, auf dem glatten Aluminium konnte sich das Eichhörnchen nicht halten und rutschte so geradewegs in die Hände des Kameraden. Auch für dieses Eichhörnchen ging es sofort in die Freiheit. Nach rund anderthalb Stunden war die schweißtreibende Kleintierjagd im Wohnhaus für die Feuerwehr beendet.

Bilder von diesem Einsatz

Erwischt: Rüdiger Stephan hat einen der Nager zu fassen gekriegt. Für einen kurzen Moment muss das Eichhörnchen in einer Tiertransportbox aushalten. Ab in die Freiheit: Frank Becker lässt das Eichhörnchen vor dem Haus wieder laufen.

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