Wespennester: Die Arbeit brummt
(11.08.2004) - Mit einem Eis oder Getränk auf Balkon oder Terrasse - das ist in diesen Tagen ein echtes Wagnis: Meist dauert es nicht lange und die Wespen fliegen in Heerscharen heran. Bei der Verdener Feuerwehr brummt entsprechend die Arbeit. Ein Wespennest-Einsatz folgt dem nächsten.
Bis heute musste allein die Ortsfeuerwehr Verden 15 Mal ausrücken, um Wespen- oder Hornissennester zu beseitigen. "Ein besonders extremer Sommer", stellen die Einsatzkräfte fest. Mit speziellen imkerähnlichen Schutzanzügen, Werkzeug und einem Kontaktgift rücken die Helfer den Nestern zu Leibe. Kein ungefährlicher Job. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wehren sich die Insekten gegen die Angreifer. Hin und wieder sind Stiche die Folge.
Durch die Vielzahl der Wespenvölker gehen bei der Feuerwehr nahezu ununterbrochen Anfragen von Bürgern ein, die sich von Nestern in der Nähe bedroht fühlen. Doch weil Wespen in der ökologischen Umwelt als ausgesprochen nützlich gelten und Hornissen sogar geschützt sind, schreiten die Einsatzkräfte nur dann ein, wenn es nicht anders geht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Insekten in der Nähe von Allergikern oder Kinderspielplätzen nisten und eine Umsetzung der Nester durch Fachfirmen oder ehrenamtliche "Wespenhelfer" nicht möglich ist.
Mitarbeiter des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege des Landkreises Verden überprüfen bei Bedarf die Situation vor Ort. Für eine Beseitigung des Nestes müssen sie eine Genehmigung ausstellen. Fordert ein Grundstücksbesitzer die Feuerwehr für die Nest-Entfernung an, erhält er für den Einsatz eine Rechnung. Diese Arbeit gehört nicht zu den Pflichtaufgaben der Feuerwehr und ist entsprechend gebührenpflichtig.
Die Feuerwehrleute hoffen nun, dass sich durch sinkende Temperaturen weniger Menschen im Freien aufhalten und sich nicht mehr durch die Insekten bedroht fühlen. Wirklich vorbei ist der Spuk erst dann, wenn mit dem ersten Frost die Tiere ganz natürlich sterben.
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