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Verdener Feuerwehr im Dauerstress

(29.04.2007) - Dieses Wochenende werden die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Verden nicht so schnell vergessen - die Ehrenamtlichen waren im Dauerstress. Zwischen Freitagabend und Sonntagmorgen mussten die Helfer siebenmal ausrücken, fast immer wegen Bränden. In einem Fall konnten die Einsatzkräfte bei einem Wohnhausbrand einen Mann aus akuter Lebensgefahr retten.

Die Einsatzserie begann am Freitag, als die Feuerwehr wegen einer Rauchentwicklung in die Ulananstraße gerufen wurde. Hier war Essen auf dem Herd vergessen worden, was zu einer starken Rauchentwicklung führte. Am Samstagnachmittag rückte die Drehleiter zu einem Unterstützungseinsatz für den Rettungsdienst an der Großen Straße aus. Es galt einen Patienten aus dem Obergeschoss eines Wohnhauses behutsam zu Boden zu transportieren. Kurz nach 20 Uhr folgte ein Alarm wegen eines vermeintlichen Flächenbrandes an der Nordbrücke. An der alten Aller brannte jedoch lediglich Unrat, zu einer Brandausbreitung kam es nicht.

Den Helfern blieben wenige Stunden Ruhe, bis es kurz nach zwei Uhr rund ging. Flächenbrand "Am Giersberg" in Scharnhorst. Wie bei derartigen Meldungen üblich rückten aus Verden zwei Tanklöschfahrzeuge zur Unterstützung aus. Die Brandstelle am Waldrand konnte durch Kräfte der Ortsfeuerwehr Scharnhorst rasch abgelöscht werden. Keine zwei Stunden später alarmierte die Leitstelle erneut, diesmal wegen eines vermeintlichen Heckenbrandes an der Goethestraße. Tatsächlich stand ein Komposthaufen lichterloh in Flammen. Als Brandursache kommt Grillkohle in Frage, die kurz zuvor auf dem Haufen entsorgt worden war. Die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen.

Die Feuerwehrleute waren gerade wieder zu Hause, als erneut die Funkmeldeempfänger ausgelöst wurden, diesmal ein Großalarm: "Gebäudebrand, Personen in Gefahr" lautete die Meldung. Bereits vier Minuten nach der Alarmierung war die Feuerwehr am Einsatzort, an der Zollstraße, eingetroffen. Tatsächlich war hier höchste Eile geboten: im zweiten Stock, dem Dachgeschoss, stand der einzige Bewohner des Hauses und rief um Hilfe. Er war durch den dichten Brandrauch, der aus dem Keller durch das gesamte Gebäude zog, eingeschlossen worden und konnte das Haus nicht mehr verlassen. Mit der rasch in Stellung gebrachten Drehleiter konnte der Mann in Sicherheit gebracht und dem Rettungsdienst übergeben werden. Neben einem Schock hatte er auch eine leichte Rauchvergiftung erlitten.

Insgesamt 14 Kräfte gingen unter Atemschutz in das verqualmte Gebäude vor. Der Brandherd in einem Keller konnte nach einigem Suchen lokalisiert und abgelöscht werden. Große Mengen Brandgut - vor allem Altpapier und Müll - trugen die Feuerwehrleute ins Freie, um Glutnester ausschließen zu können. Ein Mitarbeiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale tauschte vor Ort Schläuche und Atemluftflaschen. Letztere waren in einer Nachtschicht von den FTZ-Mitarbeitern wieder gefüllt worden - am Vortag hatte ein Großbrand in Achim-Baden zu einem massiven Bedarf an Atemluftflaschen geführt.

Der Einsatz war kaum beendet, die Helfer just wieder zu Hause, kurz vor 7.30 Uhr als erneut die Piepser ertönten - diesmal wegen eines Zimmerbrandes an der Großen Straße. Hier war in einer Wohnung ein Fernsehgerät in Brand geraten. Den Hausbewohnern gelang es, den Brand mit einer Bettdecke zu löschen, die allerdings dabei ebenfalls Feuer fing. Die wiederum löschten die Bewohner in der Badewanne. Ein 25-Jähriger musste durch den Rettungsdienst mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Unter Atemschutz kontrollierte ein Trupp sicherheitshalber die noch verqualmten Räume. Der ausgebrannte Fernseher sowie einen angesengten Schrank brachten die Helfer ins Freie.

Bilder von diesen Einsätzen

Per Drehleiter rettete die Feuerwehr einen Mann aus dem zweiten Stock. Ein Trupp geht unter Atemschutz in das verqualmte Gebäude vor. Blick vom Garten in Richtung Zollstraße. Qualm tritt aus dem Gebäude.
Ein Atemschutztrupp bespricht mit einem Gruppenführer das weitere Vorgehen. Insgesamt sieben Trupps werden von der Atemschutzüberwachung kontrolliert. Ausräumen des Kellerraumes, in dem der Brand gegen 4.30 Uhr ausgebrochen war.
Endlich Pause zwischen den Einsätzen: ein Atemschutzgeräteträger erfrischt sich. Tauschen der leeren gegen volle Atemluftflaschen am Schlauch- und Gerätewechselwagen. Zerstört: Ein völlig geschmolzener Fernseher nach einem Brand an der Großen Straße.

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