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Unwetter fordert Verdener Feuerwehr

(22.06.2008) - Kurz aber heftig ist am späten Sonntagnachmittag ein Unwetter über Verden hinweg gezogen. Der Feuerwehr bescherten die Wetterkapriolen rund ein halbes Dutzend Einsätze. Immerhin: Zumindest im Stadtgebiet gab es - soweit bekannt - keine Verletzten. In mindestens einem Fall verursachte ein Blitzeinschlag jedoch Sachschaden.

Gegen 17 Uhr zogen zwei Gewitterzellen über die Stadt hinweg. Sie brachten neben kurzzeitig sehr starkem Regen vor allem viele Blitze und Sturmböen mit sich. So lautete um 17.04 Uhr das erste Einsatzstichwort für die Helfer "Umgestürzter Baum". An der Salzstraße hatte zwei kleinere Bäume dem Wind nicht mehr stand gehalten. Mit wenigen Schnitten einer Motorkettensäge beseitigten die Feuerwehrleute das Vekehrshindernis. Zeitgleich räumten Mitglieder der Ortsfeuerwehr Hönisch-Hutbergen einige größere Äste von der Alten Dorfstraße in Hutbergen.

Der Einsatz an der Salzstraße war just beendet, als die Leitstelle einen kompletten Löschzug mit fünf Fahrzeugen und 25 Kräften zum Andreaswall entsandte. Hausbewohner hatten einen lautstarken Blitzeinschlag in ihr Gebäude festgestellt. Bei der Kontrolle durch die Räume stellten sie einen starken Schwefelgeruch fest, der Deckenputz war unter Elektroinstallationen teilweise abgesprengt worden. Glück im Unglück: Wie sich herausstellte, handelte es sich um einen so genannten "kalten Blitzschlag" - also einen Blitzeinschlag ohne Folgebrand. Nach Einschätzung der Feuerwehr hatte der Blitzableiter des Hauses noch Schlimmeres verhindert. Gleichwohl werden in dem Gebäude - in dem auch eine Arztpraxis untergebracht ist - Elektroninstallationen erneuert werden müssen. Auch das Telefon war ausgefallen.

Eine weitere Fahrzeugbesatzung rückte unterdessen zu einem Wohnhaus an der Preußisch-Eylau-Straße aus - hier war Regenwasser in den Keller eingedrungen. Doch die Bewohner wussten sich noch vor Eintreffen der Feuerwehr selbst zu helfen. Die geringe Wassermenge konnte von ihnen selbst beseitigt werden.

Zwischenzeitlich waren vielerorts im Kreisgebiet Feuerwehren zur Beseitigung von Unwettereinsätzen ausgerückt - unter anderem auch die Feuerwehr Sehlingen. Hier hatten schwere Sturmböen etliche Bäume gefällt und gewaltige Äste abgerissen. Schilder und Verkehrsleitpfosten waren ebenso durch die Gegend geflogen, wie diverse Dachziegel. Dorfbewohner sprachen von einem möglichen Tornado, Augenzeugen erwähnten eine deutlich sichtbare Rotation. Auch die lineare Anordnung der Schäden sowie die teilweise regelrecht "abgedrehten" Bäume sprechen für ein solches Wetterphänomen.

Um 19.43 Uhr forderte die Sehlinger Feuerwehr die Drehleiter aus Verden nach. Zunächst galt es eine absturzgefährdete Baumkrone in großer Höhe zu beseitigen. Es folgten zwei weitere Einsätze, auch hier ging es jeweils darum, abgerissene Äste aus Bäumen zu entfernen, die gefährlich über Straßen hingen.

Gegen 22 Uhr konnten die letzten Kräfte der Verdener Feuerwehr zum Standort zurückkehren - doch lange ruhig blieb es nicht. Um kurz nach Mitternacht folgte ein erneuter Alarm, diesmal wegen einer ausgelösten Brandmeldeanlage an der Max-Planck-Straße. Die mit drei Fahrzeugen und elf Kräften ausgerückte Wehr brauchte nicht einzugreifen. Es handelte sich um einen Fehlalarm.

Bilder von diesen Einsätzen

Einsatzort Salzstraße: zwei kleinere Bäume sind umgestürzt. Ein "kalter Blitzschlag" hat am Andreaswall für Schäden gesorgt. Drehleitereinsatz in Sehlingen: Entfernung von Ästen aus der Höhe.
Überall in Sehlingen haben Sturmböen Dächer beschädigt... ...und Äste und Bäume abgerissen. Laub liegt auf den Straßen. Ingesamt drei Einsätze mussten per Drehleiter abgearbeitet werden.

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