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Tanklastzug auf A 27 umgestürzt

(23.08.2011) - Ein schwerer Verkehrsunfall mit einem Tanklastzug auf der A 27 hat in der Nacht zu Mittwoch nicht nur zahlreiche Verkehrsteilnehmer auf eine Geduldsprobe gestellt. Auch die Freiwillige Feuerwehr Verden war mehr als acht Stunden an der Unfallstelle zwischen Verden/Ost und Walsrode/West im Einsatz. Bei dem Unfall hatte sich ein mit Kunststoffgranulat beladener Sattelzug quer über beide Fahrbahnen gelegt. Der Fahrer des in Belgien zugelassenen Fahrzeugs blieb unverletzt.

In den ersten Meldungen, die gegen 19.45 Uhr bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle eingegangen waren, war lediglich die Rede davon, dass ein Tanklastzug auf der Autobahn zwischen Verden und Walsrode umgestürzt sei. Betriebsstoffe würden auslaufen. Ob auch die Ladung betroffen war und wobei es sich dabei handelte, blieb zunächst offen. Sicherheitshalber rückte neben dem für das Stichwort üblichen Rüstzug auch ein Gerätewagen-Gefahrgut mit aus - insgesamt rund 29 Kräfte mit sechs Fahrzeugen.

An der Unfallstelle konnten Feuerwehrleute schnell feststellen, dass der Ladetank trotz des schweren Unfalles nicht leck geschlagen hatte. Dank der ordnungsgemäß geführten Ladepapier und diversen Rücksprachen war auch bald klar, dass es sich bei der Ladung um relativ harmloses Plastikgranulat handelte. Als erste Maßnahmen streuten die Helfer großflächig ausgelaufenes Hydrauliköl bzw. Dieselkraftstoff ab und stellten den Brandschutz sicher. Einen Kanaleinlauf dichteten die Einsatzkräfte vorsorglich mit Spezialgerät ab. Ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Landkreises nahm die Unfallstelle in Augenschein und entschied über weitere Maßnahmen.

Weil sich abzeichnete, dass sich die Bergung des Lkw längerfristig hinziehen würde, sorgten die Feuerwehrleute für eine großflächige Ausleuchtung der Unfallstelle. Im Auftrag der Polizei unterstützte die Feuerwehr außerdem bei Ableitung der im Stau stehenden Pkw, die rückwärts über die Anschlussstelle Verden/Ost die Autobahn verlassen durften. Entgegen der Anweisung wendeten auch Lkw-Fahrer, die dabei auch nachrückende Einsatzkräfte gefährdeten. Weil später die Lkw teilweise auch nebeneinander standen, konnten im Einsatzverlauf auch die großen Feuerwehrfahrzeuge die Unfallstelle nicht mehr verlassen.

Ein Bergungsfachunternehmen setzte mehrere Stunden nach dem Unfall schweres Gerät - darunter einen Autokran - ein, um den havarierten Lkw zu bergen. Weil sich Zugmaschine und Auflieger kompliziert ineinander verkeilt bzw. verzogen hatten, zog sich die Bergung über mehrere Stunden hin. Dabei musste die Feuerwehr die demolierte Leitplanke mit mehreren Trennschleifern entfernen. Erst gegen vier Uhr war es für die Einsatzkräfte möglich, die Unfallstelle zu passieren und wieder einzurücken.

An eine Aufhebung der Vollsperrung war zu diesem Zeitpunkt längst noch nicht zu denken: Mitarbeiter der Autobahnmeisterei sowie einer Spezialfirma für Ölspurbeseitigung übernahmen die Reinigung der - auch mit Erdreich - verschmutzten Fahrbahn und die Sicherung der beschädigten Mittelleitplanke. Erst gegen 6 Uhr konnte die Richtungsfahrbahn Hannover wieder freigegeben werden.

Zur möglichen Unfallursache teilte die Polizei mit: Laut Angaben von Zeugen, die hinter dem Tanklaster fuhren, soll dieser abrupt ausgebrochen sein, sich immer mehr aufgeschaukelt haben, und dann erst nach rechts bzw. links gegen die Leitplanken gefahren sein. Als Unfallursache kommt nach ersten Ermittlungen der Autobahnpolizei ein geplatzter Reifen in Betracht.

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