Silvester: Feuerwehr im Dauereinsatz
(01.01.2007) - Nachdem Orkantief "Karla" die Verdener Feuerwehr schon in der Nacht zum Silvestertag stundenlang gefordert hatte, war den Einsatzkräften auch kein ruhiger Jahreswechsel gegönnt. Dreimal mussten die Helfer aufgrund von Bränden in der Neujahrsnacht ausrücken, in einem Fall galt es sogar einen Großbrand zu bekämpfen.
Das neue Jahr war gerade 15 Minuten alt, als die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle die Verdener Wehr erstmals alarmierte. An der Straße "Maulhoop" war in einem Garten ein Tannenbaum in Brand geraten. Eingreifen brauchten die Feuerwehrleute jedoch nicht mehr, Anwohner hatten das Feuer noch vor Eintreffen der Einsatzfahrzeuge selbst löschen können.
Anders sah es kurz vor zwei Uhr am Klusdamm an der Südbrücke aus. Hier war ebenfalls ein Baum in Brand geraten - aus dem hohlen Stamm hatten sich die Flammen bei kräftigem Wind in die Astgabeln vorangefressen. Während das offene Feuer rasch abgelöscht werden konnte, gestalteten sich die Nachlöscharbeiten mehrerer Glutnester aufwändig und schwierig. Erst nach rund einer Stunde waren auch die letzten Funken gelöscht - trotz strömenden Regen, der auf die Helfer niederprasselte. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser sowie der erste Baumbrand durch Feuerwerkskörper fahrlässig oder mutwillig verursacht wurden, scheint groß.
Die Feuerwehrleute waren gerade wieder nach Hause zurückkehrt, als um 3.18 Uhr die Funkmeldeempfänger erneut Alarm auslösten - diesmal aufgrund eines Großbrandes in Dörverden-Wahnebergen. An der Verdener Straße waren bereits die Wehren aus Wahnebergen, Dörverden und Stedorf im Einsatz. Neben der zunächst angeforderten Drehleiter kamen im Laufe der Nacht zwei weitere Fahrzeuge der Verdener Wehr zum Zuge. In einem leerstehenden Gebäude hatte sich ein Zimmerbrand zu einem kompletten Dachstuhlbrand ausgeweitet. Das Problem: bedingt durch ein Metalldach konnten die Feuerwehrleute den Brandherd nur mit großer Mühe erreichen. Die Feuerwehr Achim unterstützte ebenfalls mit ihrer Drehleiter, doch erst nachdem das Dach mit der radikalsten Lösung durch einen Bagger aufgerissen wurde, konnten die Flammen bis gegen 9 Uhr gelöscht werden.
Nachdem die Polizeibeamten des Zentralen Kriminaldienstes ihre Ermittlungen am Brandort am Dienstag und Mittwoch abgeschlossen haben, steht nunmehr fest, dass der Großbrand auf vorsätzliche Brandstiftung zurückzuführen ist. Ein technischer Defekt durch schadhafte elektrische Anlagen kann ausgeschlossen werden. Die Ermittler konnten zwei voneinander unabhängige Brandausbruchsstellen im Obergeschoss lokalisieren. Außerdem wurden Spuren eines Brandbeschleunigers vorgefunden. Die ermittelnden Beamten möchten daher nun wissen, welche Personen sich in den letzten Tagen vor dem Brandausbruch am Gebäude aufgehalten haben. Hinweise werden hierzu unter 04231/8060 erbeten. Der entstandene Schaden wird von der Polizei mittlerweile höher auf rund 150.000 bis 200.000 Euro geschätzt.






