Schweres Unwetter über Verden
(10.06.2007) - Straßen, die sich in reißende Flüsse verwandeln, Bäume, die im Sturm umstürzen und Blitzeinschläge, die zu Schäden führen: Zwei heftige Gewitter sind am Samstagabend über Verden hinweggezogen. Die Helfer der Verdener Feuerwehren und auch des Technischen Hilfswerks waren bis in die Nacht hinein im Dauereinsatz.
Gegen 20.15 Uhr verdunkelte sich der Himmel über der Reiterstadt, heftiges Donnergrollen war zu hören. Nur wenige Minuten später jagte bereits ein Löschzug der Verdener Feuerwehr durch die völlig überfluteten Straßen. Die vermeintliche Feuermeldung einer Brandmeldeanlage am Saumurplatz entpuppte sich jedoch als Fehlalarm, vermutlich verursacht durch einen Blitzeinschlag. Fast zeitgleich ging ein Notruf nach dem anderen in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle im Kreishaus ein. Überall aus dem Landkreis meldeten Anrufer Schäden und Brände. Bis zu drei Disponenten arbeiteten gleichzeitig, um die zahlreichen Einsätze koordinieren zu können.
Binnen kurzer Zeit waren im Stadtgebiet Verden auch die Ortsfeuerwehren aus Eitze, Dauelsen, Hönisch-Hutbergen und Walle im Einsatz. Allein die Ortsfeuerwehr Verden zählte 17 Einsätze, die Kollegen in Dauelsen sieben. Auf der Weitzmühlener Straße hatte der Wind einen Baum umstürzen lassen, in Walle ein Blitz in einen Baum eingeschlagen. Die meisten Einsätze bezogen sich jedoch auf vollgelaufene Keller in Wohnhäusern und Firmen. So standen zum Beispiel der Keller und Verkaufsraum eines Supermarktes an der Bremer Straße unter Wasser, an der Klaus-Groth-Straße das Untergeschoss und die Garagen eines Mehrfamilienhauses. Hier mussten zahlreiche Kräfte mit mehreren Pumpen zusammengezogen werden, da die Kanalisation der gewaltigen Wassermengen nicht mehr Herr wurde. Das Technische Hilfswerk unterstützte bei diesem Einsatz ebenso wie in Dauelsen. Dort drückte zum Beispiel das Wasser in sprudelnden Fontänen an der B 215 acht Gullideckel samt Laubfang aus dem Boden. Eine zweite Gewitterfront, die gegen 23 Uhr über die Stadt hinwegzog, verschärfte die Lage vorübergehend.
Mysteriös war zunächst ein Einsatz der Feuerwehr Hönisch-Hutbergen. Mehrere Anrufer hatten am Abend einen brennenden Gegenstand vom Himmel stürzen sehen. Obwohl die Einsatzkräfte einen Brandgeruch wahrnehmen konnten, blieb die Ursache für dieses Phänomen unklar. Ein Augenzeuge meldete sich einen Tag später bei der Feuerwehr, nachdem er den Einsatzbericht auf dieser Website gelesen hatte. Nach seiner Einschätzung handelte es sich bei dem Gegenstand um eine "asiatische Himmelslaterne": eine Art Heißluftballon aus Seidenpapier mit einem Teelicht oder ähnlichem als Antrieb. Für Aufregung sorgte die zwischenzeitliche Meldung über einen Gasaustritt in einem Wohnhaus an der Carl-Hesse-Straße. Die Feuerwehr konnte mit einem Messgerät Gas in dem Gebäude feststellen, eine Explosionsgefahr bestand jedoch nicht. Wie sich herausstellte, war das Gas aus einer Campinggasflasche entwichen.
Die Einsätze dauerten bis gegen 2 Uhr am frühen Sonntagmorgen an. Viel Ruhe war den Helfern allerdings nicht gegönnt, schon kurz vor sechs Uhr rief die Alarmauslösung einer Brandmeldeanlage an der Max-Planck-Straße die Feuerwehren aus Verden, Eitze und Scharnhorst auf den Plan. Eine Rauchabzugsanlage hatte einen Fehlalarm verursacht.





