Rentnerin wird bei Wohnhausbrand verletzt
(04.04.2008) - Eine 88-Jährige Frau ist am frühen Freitagmorgen bei einem schweren Wohnhausbrand in Verden verletzt worden. Der Rettungsdienst transportierte die Rentnerin mit Brandverletzungen sowie dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Kurz nach fünf Uhr war in dem Einfamilienhaus der allein lebenden Frau an der Stumpeallee das Feuer bemerkt worden.
Um Punkt 5.07 Uhr ertönten bei den freiwilligen Feuerwehrleuten die Alarmpiepser, knapp fünf Minuten später war das erste Tanklöschfahrzeug am Einsatzort. Beim Eintreffen der Feuerwehr hatte die alte Dame das Gebäude bereits verlassen, eine Rettungswagenbesatzung versorgte die Frau. Das sie überhaupt noch ins Freie kam, stuft die Feuerwehr als "kleines Wunder" ein. Denn aus mehreren Fenstern im rückwärtigen Gebäudebereich schlugen bereits heftige Flammen, direkt hinter der Haustür brannten Möbel lichterloh.
Mit Atemschutzgeräten ausgerüstet kämpften sich mehrere Trupps ins Innere des Hauses vor und löschten den Brand mit zwei C-Rohren. Mit Hilfe eines Drucklüfters wurde der Qualm aus dem Gebäude geblasen, um so den Kräften eine bessere Sicht zu ermöglichen. Teile des Daches mussten vorsorglich abgedeckt und kontrolliert werden, nachdem die Dachbalken bereits durch das Feuer angegriffen worden waren. "Wenige Minuten später wäre ein Vollbrand des Gebäudes sehr wahrscheinlich gewesen", schätzte Einsatzleiter Peter Schmidt später die Lage ein. So blieb das Feuer auf zwei Zimmer beschränkt. Hitze und Ruß haben jedoch fast alle Räume schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Höhe des entstandenen Schadens wird von der Polizei auf mindestens 100.000 Euro geschätzt. Das Gebäude ist zunächst unbewohnbar.
Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten zogen sich rund zwei Stunden lang hin. Teile des Brandschuttes mussten ins Freie getragen und dort erneut abgelöscht werden. Nachbarn versorgten die Einsatzkräfte mit heißem Kaffee und Tee - ein Service, der von den Helfern dankbar angenommen wurde. Ein Sachverständiger überprüfte die vom Feuer angegriffenen Stahlträger in der der Betondecke. Eine konkrete Einsturzgefahr ergab sich jedoch nicht. Ein Mitarbeiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale tauschte noch vor Ort die gebrauchten Schläuche und leeren Pressluftflaschen gegen frisches Material aus.
Die Polizei beschlagnahmte nach Ende der Löscharbeiten die Einsatzstelle und nahm ihre Ermittlungen zur Brandursache auf. Wie die Beamten ermittelten, ist der Brand duch eine defekte Heizdecke verursacht worden. Eigenen Angaben zufolge hatte die Bewohnerin des Hauses die Decke genutzt, um sich über Nacht warm zu halten. Kurz vor Ausbruch des Brandes will sie die Decke ausgeschaltet haben. Danach seien Funken aus ihr hervorgetreten, die offensichtlich andere Einrichtungsgegenstände des im Erdgeschoss gelegenen Arbeitszimmers, in dem die alte Dame genächtigt hatte, in Brand gesetzt haben müssen. Die 88-Jährige hatte sogar noch versucht, die Flammen mit eigenen Mitteln zu ersticken. Erst als dies misslang, informierte sie die Rettungsleitstelle im Verdener Kreishaus.









