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Mehrere Verletzte bei Gefahrgutunfall

(13.11.2005) - Bei einem Gefahrgutunfall sind am Sonntag in Verden bis zu 13 Menschen durch austretendes Ammoniak leicht verletzt worden. Eine Leitung in einer Kühlanlage war bei Arbeiten in einem fleischverarbeitenden Betrieb beschädigt worden. Für rund 90 Kräfte mehrerer Feuerwehren und Rettungsdienst-Einheiten aus dem Landkreis löste der Unfall einen fast sechsstündigen Großeinsatz aus.

Nachdem die Arbeiter einer Fremdfirma den Schaden bemerkt hatten, gelang es ihnen in kurzer Zeit, die Leckage provisorisch zu verschließen. Gleichwohl war eine unbestimmte Menge Ammoniak ausgetreten, sodass die Arbeiter die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle informierten. Aufgrund der geschilderten Lage und der eventuellen Gefahr für Menschenleben löste der Leitstellen-Disponent gegen 12 Uhr die größtmögliche Alarmstufe für Gefahrgutunfälle ("G3") aus. Damit wurde nicht nur die komplette Ortsfeuerwehr Verden (auch über Sirene) alarmiert, sondern ebenso die Gefahrgut-Einheiten aus Dörverden und Kirchlinteln. Dazu kamen der Gefahrgutzug des Landkreises Verden aus Achim und die "Schnelleinsatzgruppe Gefahrgut" des Deutschen Roten Kreuzes. Zudem rückten Einheiten des regulären Rettungsdienstes, die "Fachgruppe Rettungsdienst" und die "Schnelleinsatzgruppe" des DRK mit aus. Insgesamt waren rund 70 Feuerwehrleute, 20 Rettungsdiensthelfer sowie zahlreiche Polizeibeamte vor Ort im Einsatz.

Acht Arbeiter der Fremdfirma sowie fünf Mitarbeiter einer Reinigungsfirma, die vermutlich mit dem Gefahrstoff in Berührung gekommen waren, oder diesen eingeatmet hatten, mussten sich vorsorglich in ärztliche Behandlung begeben. Acht Arbeiter wurden durch die "Schnelleinsatzgruppe Gefahrgut" entkleidet und geduscht (entgiftet), anschließend brachte der Rettungsdienst die Patienten in verschiedene Krankenhäuser. Bei zwei der Betroffenen waren leichtere Atemwegsbeschwerden und Verätzungen festzustellen. Bis zu 48 Stunden nach dem Kontakt bleibt Ammoniak grundsätzlich für einen Menschen gefährlich - von Atemwegs- und Hautreizungen beginnend, können die Beschwerden bei entsprechender Konzentration lebensgefährlich werden. Entsprechend mussten einige der Arbeiter vorsorglich zur Beobachtung stationär in Kliniken aufgenommen werden.

Die Feuerwehr sperrte die Einsatzstelle ab, überprüfte die betroffenen Räume mit einem Messgerät und durchsuchte die Firma nach Personen. Die Messwerte ergaben eine erhöhte Ammoniak-Konzentration an der Unfallstelle - eine Gefahr für die Bevölkerung oder die umliegenden Betriebe resultierte daraus jedoch nicht. Mit mehreren Speziallüftern belüftete die Feuerwehr die entsprechenden Gebäudetrakte. Die Arbeiten mussten ausschließlich unter Atemschutzgeräten und mit Chemiekalienschutzanzügen durchgeführt werden.

Erst nachdem die Ammoniak-Konzentration am Abend unter den Gefahren-Schwellwert gesunken war, konnte die die Feuerwehr ihren Einsatz gegen 17.30 Uhr beenden. Die Polizei ermittelt wegen der Unfallursache.

Bilder von diesem Einsatz

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