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Karambolage auf der Autobahn 27

(28.01.2003) - Bei einem schweren Verkehrsunfall ist am Dienstagabend auf der A 27 in Höhe der Anschlussstelle Verden/Nord ein Mensch ums Leben gekommen, vier weitere Menschen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. In die Karambolage waren drei Pkw und ein Lkw verwickelt.

Zu dem Unfall kam es kurz nach 19 Uhr in Fahrtrichtung Hannover. Zunächst war die Polizei von einem witterungsbedingten Unfall ausgegangen. Erst knapp eine Woche nach dem Unglück wurde der mutmaßliche Unfallverursacher, ein 32-jähriger Bulgare aus Leipzig ermittelt. Die Polizei kam ihm durch ein Kennzeichen auf die Spur, das sieben Kilometer vom Unglücksort entfernt gefunden wurde. Der Mann soll - nach Medienberichten - mit einem Fahrfehler die verhängnisvolle Kettenreaktion ausgelöst haben.

In deren Verlauf schleuderte ein Passat gegen die Mittelleitplanke und blieb auf der Überholspur stehen. Unmittelbar danach prallte ein Seat gegen das verunfallte Fahrzeug, geriet ebenfalls ins Schleudern und blieb auf dem Hauptfahrstreifen liegen. Ein weiterer Passat prallte gegen den Seat, anschließend kollidierte ein Lastzug mit dem Hindernis. Der Seat wurde bei den Kollisionen völlig zerstört, Fahrer und Beifahrer wurden in dem Wrack eingeklemmt. Die beiden Passats kamen in der rechten bzw. linken Leitplanke zum Stehen, der Lastwagen rollte auf den Standstreifen.

Die Kräfte der Ortsfeuerwehr Verden und des Rettungsdienstes trafen wenige Minuten nach dem Alarm an der Unfallstelle, rund 500 Meter vor Verden/Nord ein. Sie konnten die Autobahn entgegen der Fahrtrichtung befahren, nachdem feststand, dass die Strecke komplett gesperrt war.

Während bei dem 23-jährigen Seat-Fahrer nur noch der Tod festgestellt werden konnte, bemühten sich Feuerwehr und Notarzt um das Leben des 40-jährigen Beifahrers. Nach einer Erstversorgung im Wrack wurde der lebensgefährlich Verletzte mit hydraulischer Rettungsschere und Spreizgerät aus dem Fahrzeug befreit. Anschließend schnitten die Kräfte auch den Körper des Fahrers frei. Ein Mitfahrerin, die im Fond des Fahrzeugs saß, erlitt schwere Verletzungen. Sie konnte jedoch ohne Hilfe der Feuerwehr aus dem Wagen gerettet werden.

Der Rettungsdienst versorgte außerdem die leicht verletzten Fahrer des Lkw und des zuerst verunglückten Passats. Ein Notfallseelsorger betreute außerdem den geschockten Lkw-Fahrer.

Ein Gutachterteam aus Wathlingen (bei Celle) sollte den Unfallhergang rekonstruieren. Bei den Ermittlungen war auf Bitte der Polizei auch die Feuerwehr behilflich: die Unfallstelle musste großflächig ausgeleuchtet werden. Dafür kamen nicht nur zahlreiche Scheinwerfer der bereits eingesetzten Feuerwehrfahrzeuge zum Zuge, auch weitere Kräfte der Ortsfeuerwehr Verden wurden nachgefordert. Für Helligkeit sorgten auch die Drehleiter aus der Höhe und Mitarbeiter der Feuerwehrtechnische Zentrale, die einen Lichtmastanhänger zum Unfallort brachten.

Die akribischen Aufzeichnungen der Gutachter erstreckten sich über mehrere Stunden, sodass erst gegen zwei Uhr ein privates Bergungsunternehmen mit dem Räumen der Autobahn beginnen konnte. Die Feuerwehr konnte nach siebenstündigem Einsatz wieder einrücken. Mitarbeiter der Autobahnmeisterei sorgten anschließend für die Reinigung der mit Trümmern, Splittern und Schmutz übersäten Fahrbahn. Erst dann konnten auch die zahlreichen Lastwagen ihre Fahrt fortsetzen, die während der rund achtstündigen Vollsperrung eine unfreiwillige Pause auf der Autobahn einlegen mussten. Die Pkw aus dem Stau durften nach Weisung der Polizei bis zur Raststätte Langwedel zurückfahren. Ein Wendemanöver mit den großen Lkw war nicht möglich.

Fotos von diesem Einsatz

Der Fahrer dieses Seat kam bei dem Unfall ums Leben. Dieser Sattelzug hatte den Seat gerammt. Dieser Passat war ebenfalls an der Karambolage beteilgt.
Ein weiterer Passat der an der Mittelleitplanke liegen blieb. Die Drehleiter leistete beim Ausleuchten gute Dienste. Gutachter sicherten mehrere Stunden lang die Unfallspuren.

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