Großfeuer erst nach Tagen gelöscht
(11.09.2001) - Die Dimensionen des Scheunen-Brandes in Verden-Walle, der am Dienstagnachmittag ausgebrochen war und erst nach Tagen endgültig gelöscht werden konnte, erscheinen gewaltig. Sie ähneln dem Großfeuer am Domweih-Donnerstag 1999 in der Verdener Max-Planck-Straße. "Alleine was unsere geleisteten Dienststunden angeht, wurde das damalige Feuer sogar übertroffen", rechnet Stadtbrandmeister Wolfgang Schmidt.
Gegen 16.20 Uhr waren am Dienstag die Feuerwehren aus Walle, Dauelsen und Verden und Scharnhorst mit allen verfügbaren Mitteln und Fahrzeugen ausgerückt. Zuvor hatte die Leitstelle auch in der Kernstadt die Sirenen ausgelöst. Zu diesem Zeitpunkt stand die Metall-Lagerscheune, randvoll mit Heu gefüllt, bereits in Vollbrand.
Um an das brennende Material heranzukommen, mussten zunächst die Wände des Gebäudes eingerissen werden. Eine Löschwasserversorgung wurde mit mehreren Pumpen und einer mehreren hundert Meter langen Schlauchleitung aufgebaut.
Aus zahlreichen Strahlrohren und dem Wasserwerfer des Verdener Tanklöschfahrzeugs wurden die Flammen bekämpft. In der Nacht wurde sogar ein Schaumwerfer-Anhänger der Feuerwehrtechnischen Zentrale eingesetzt.
Schwierig zu löschen waren die Unmengen von Heu. Ein oberflächliches Ablöschen brachte nur zeitweilig einen Löscherfolg, die Glut und Flammen saßen in der Tiefe. Mit Radladern und einem Unimog des Bauhofes wurde deshalb das Heu Stück für Stück aus dem Gebäude gezogen und im Freien abgelöscht. Dabei mussten die Feuerwehrleute mit Forken das Heu weiter auseinander ziehen.
Zeitweilig wurden die Ausräum- und Löscharbeiten wegen Einsturzgefahr der Blechkonstruktion unterbrochen. Sie konnten jedoch später wieder aufgenommen werden. Dabei kam auch ein Groß-Radlader einer Baufirma zum Einsatz, der eigentlich zu einer nahen Baustelle gehörte. Auch mehrere Landwirte unterstützten die Löscharbeiten.
Hilfe erhielten die Feuerwehrleute auch von der Schnelleinsatzgruppe (SEG) „Verpflegung“ des DRK. In der Nacht wurden für die erschöpften Helfer warme Getränke und belegte Brote in einem SEG-Zelt gereicht. Zur Absicherung der Einsatzkräfte waren außerdem verschiedene ehrenamtliche DRK-Rettungsdienstgruppen wechselweise vor Ort.
Auch die Feuerwehren wechselten sich ab und so kamen die Wehren aus allen Ortsteilen, aus Verden, Walle, Dauelsen, Scharnhorst, Döhlbergen, Hönisch, Eissel, und Eitze zum Einsatz. Insgesamt waren rund 18 Fahrzeuge und etwa 130 Feuerwehrleute eingesetzt.
Auch die Feuerwehrtechnische Zentrale musste mit mehreren Helfern und Fahrzeugen ran. Vor allem der Schlauchwagen war wegen der abgelegenen Lage des Brandobjektes gefragt, aber auch Atemluftflaschen und Atemschutzmasken mussten nachträglich an die Einsatzstelle gebracht werden.
Die letzten Einsatzkräfte konnten den Brandort erst am späten Mittwochabend verlassen.
Am Donnerstag und Freitag mussten die Wehren aus Walle und Verden nochmals ausrücken um wieder aufglimmende Brandnester abzulöschen und so die schwelende Rauchentwicklung zu verhindern.
Verursacher des Feuers sind zwei elfjährige Kinder, die zugaben, das Feuer in der rund 750 Quadratmeter großen Scheune ausgelöst zu haben.
Überschattet wurde der Einsatz von den Terroranschlägen in den USA, die natürlich auch während der Löscharbeiten für reichlich Gesprächsstoff sorgten.

















