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Großfeuer in Verdener Altstadt: Zwei Verletzte

(01.06.2009) - Ein Großfeuer hat in der Nacht zu Pfingstmontag in der Verdener Altstadt ein ehemaliges Stall- und Scheunengebäude völlig zerstört. Der verwinkelte, rund 100 Quadratmeter große Gebäudekomplex an der Grünen Straße wurde zuletzt als Lagerraum und als Garage genutzt. Gerade noch rechtzeitig konnte die Feuerwehr ein Übergreifen auf unmittelbar angrenzende Gebäudetrakte sowie benachbarte Wohnhäuser verhindern. Zwei Anwohner mussten vom Rettungsdienst behandelt und ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Kurz nach 1 Uhr hatten Nachbarn das Feuer in dem rückwärtig zur Straße gelegenen Gebäude bemerkt und die Rettungsleitstelle informiert. Mehrere Notrufe sowie eine Rückmeldung einer schnell eingetroffenen Streifenwagenbesatzung machten rasch das Ausmaß des Brandes klar. Das gemauerte, dreistöckige Gebäude stand vom Keller bis zum Dachstuhl in hellen Flammen. Der Leitstellendisponent erhöhte daraufhin die Alarmstufe und löste damit im Stadtgebiet auch die Sirenen aus.

Als rund fünf Minuten nach dem Alarm die ersten Feuerwehrkräfte am Einsatzort eintrafen, stellte sich die Situation äußerst brisant dar. Starker Funkenflug sowie eine enorme Hitzestrahlung gefährdeten direkt angrenzende Büros und Garagen sowie, entsprechend der altstadttypischen Bebauung, sehr nahe stehende Wohngebäude. Etliche Scheiben der Wohnhäuser waren durch die Hitze bereits gesprungen, die Kunststofffensterrahmen qualmten. Nachbarn versuchten mit Gartenschläuchen das Feuer wenigstens in Schach zu halten - was angesichts der enormen Brandausbreitung kaum von Erfolg gekrönt war. Mit mehreren Rohren, darunter einem Wasserwerfer und einem so genanntem "Hydro-Schild", mit dem eine große Wasserwand erzeugt werden kann, gelang es den Einsatzkräften, eine Brandausbreitung zu verhindern.

Sämtliche Nachbarn hatten sich noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte selbst in Sicherheit gebracht. Der Rettungsdienst musste sich allerdings um einen 44-Jährigen mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung sowie einen 67-Jährigen mit Kreislaufproblemen kümmern. Beide Männer mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die weiteren Löscharbeiten gestalten sich aufwändig und schwierig: Weil aufgrund akuter Einsturzgefahr ein Betreten des Gebäudes undenkbar war, konnten die Einsatzkräfte nur von außen löschen. Hierfür forderte die Einsatzleitung eine zweite Drehleiter von der Ortsfeuerwehr Achim an, zusätzlich die dort stationierte Wärmebildkamera des Landkreises Verden. Entsprechend der Alarmstufe kamen außerdem der an der Feuerwehrtechnischen Zentrale stationierte Groß-Einsatzleitwagen sowie ein Schlauch- und Gerätewechselwagen der FTZ zum Einsatz. Insgesamt waren 69 Feuerwehrkräfte mit 15 Fahrzeugen vor Ort.

Relativ zügig konnten die Helfer die Flammen unter Kontrolle bringen. Wie zu erwarten stürzten noch während der Brandbekämpfung Teile des hölzernen Dachstuhls in sich zusammen. Bei den Nachlöscharbeiten musste das Kellergeschoss mit Schaum geflutet werden. Gegen 5 Uhr rückten die Feuerwehrleute ab. Eine planmäßige Kontrolle gegen 11 Uhr ergab, dass die Einsatzstelle komplett "erkaltet" ist, Nachlöscharbeiten waren nicht mehr erforderlich.

Während des Einsatzes musste eine Fahrzeugbesatzung zusätzlich noch einen weiteren Einsatz übernehmen. Auf der Lindooperstraße galt es gegen 2.15 Uhr, nach einem Verkehrsunfall, ausgelaufene Betriebsstoffe aufzunehmen.

Zusammen mit Ermittlern des Zentralen Kriminaldienstes hat ein Sachverständiger die Brandstelle in der Grünen Straße am Mittwoch noch einmal eingehender unter die Lupe genommen. Danach scheidet ein technischer Defekt als Brandursache nahezu aus. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass eine Brandstiftung immer wahrscheinlicher wird. Der Einschätzung des Gutachters zufolge dürfte der Brand im Hochparterre des Gebäudes entstanden sein. Die Schadenshöhe an dem seit mehreren Jahren leerstehenden und zuletzt als Materiallager und Garage genutzten Gebäude wird auf circa 40.000 Euro taxiert. Da die Brandruine akut einsturzgefährdet ist, hat der Besitzer einen Bauzaun installieren lassen, der das Betreten des Gebäudes verhindern soll.

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