Großbrand zerstört Gebäude in der Altstadt
(16.10.2006) - Der folgenschwerste Großbrand in der Verdener Altstadt seit mehr als 20 Jahren hat in der Nacht zu Montag ein Wohn- und Geschäftshaus an der Oberen Straße weitgehend zerstört. Für die Mitglieder der Feuerwehren aus Verden, Hönisch-Hutbergen und Eitze verursachte das Feuer eine schlaflose Nacht - rund 70 Feuerwehrleute waren bis zum Vormittag mit den zeitweise sehr gefährlichen Löscharbeiten beschäftigt.
Gegen 23.45 Uhr hatten zahlreiche Anwohner und Passanten beinahe zeitgleich den Brand gemeldet. Teilweise war in den Notrufen von einer "Explosion" die Rede. Vermutlich kam es zu einer Durchzündung des Feuers - die genaue Ursache hierfür steht nicht fest. Mit der dramatischen Meldung "Dachstuhl brennt in voller Ausdehnung, möglicherweise Personen in Gefahr" alarmierte die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle die Ortsfeuerwehr Verden - aufgrund der erhöhten Alarmstufe (Brand 3) heulten im Stadtgebiet auch die Sirenen.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte brannten sowohl Dachstuhl als auch Teile des ersten Obergeschosses lichterloh. Lediglich eine Kneipe im Ergeschoss stand noch nicht in Flammen. Unter Atemschutz drangen mehrere Trupps in das Fachwerkhaus ein und durchsuchten die zahlreichen Zimmer in dem großen, stark verwinkelten Wohntrakt nach möglichen Opfern. Aufgrund der starken Brandausbreitung, großer Hitze und starker Qualmentwicklung eine gefährliche Aufgabe. Mehrfach mussten die Rettungskräfte Türen gewaltsam öffnen. Lange Zeit blieb unklar ob sich nicht doch ein Bewohner noch im Haus aufhält. Erst nachdem das gesamte Haus abgesucht worden war, konnte diese Frage eindeutig mit "Nein" beantwortet werden. Der vorsorglich alarmierte Rettungsdienst samt Notarzt musste nicht tätig werden.
Fast zeitgleich nahmen weitere Kräfte die Brandbekämpfung von außen - unter anderem über die Drehleiter - auf. Vordringlichstes Ziel: eine Ausbreitung des Feuers auf Nachbargebäude zu verhindern. Aufgrund der meterhohen Flammen und der problematischen Altstadtbaulage ein schwieriges Unterfangen, doch am Ende erfolgreich: kein Nachbargebäude wurde durch den Brand beschädigt.
Während der Löscharbeiten kam es zu einem dramatischen Zwischenfall - ein Schornstein und ein Giebel des instabil gewordenen Gebäudes stürzten plötzlich zur Seite und auf einen Garagenhof. Die Helfer hatten allerdings die plötzliche Rissbildung noch rechtzeitig bemerkt und konnten das Haus und den Gefahrenbereich im Hof gerade noch rechzeitig evakuieren. Ein Statiker konnte nach einer Prüfung eine weitere Einsturzgefahr ausschließen.
Zur Unterstützung der Löscharbeiten forderte die Einsatzleitung die Ortsfeuerwehren Hönisch-Hutbergen und Eitze nach. Zum Einsatz kamen außerdem die Feuerwehrtechnische Zentrale mit ihrem Schlauch- und Gerätewechselwagen sowie der Großeinsatzleitwagen des Landkreises Verden (ELW 2). Die Fachgruppe Rettungsdienst stand für eventuelle medizinische Notfälle vor Ort in Bereitschaft.
Mitarbeiter des städtischen Bauhofes unterstützten die Absperrmaßnahmen und halfen mit einem Radlader aus, um die Trümmer des Giebeleinsturzes beiseite zu räumen. Bürgermeister Lutz Brockmann und Fachbereichsleiter Rüdiger Nodorp informierten sich vor Ort über den Großeinsatz.
Die Höhe des Schadens wird durch die Polizei auf rund 200.000 Euro geschätzt. Die Polizei geht zwischenzeitlich von vorsätzlicher Brandstiftung als Ursache für das Feuer aus.


















