Großbrand nach Blitzeinschlag
(01.08.2008) - Ein Großbrand in einem ausgebauten Bauernhaus in Dörverden, der am Freitag vermutlich von einem Blitzschlag verursacht worden war, hat die Feuerwehr auch in der Nacht sowie am Samstag weiter in Atem gehalten. Immer wieder waren Brandnester aufgeflackert, die von den Kräften einer Brandwache abgelöscht werden mussten.
Nachdem auch am Samstagvormittag noch Rauchsäulen aus dem Stroh aufstiegen, brachten die Feuerwehrleute einen Schaumteppich auf das kokelnde Stroh aus. "Das weitere Betreten des Dachbodens war einfach zu gefährlich, das ganze Areal gilt nach wie vor als einsturzgefährdet", erklärte Dörverdens Gemeindebrandmeister Gerd Degener.
Nachdem sich ein Giebel bedrohlich zur Seite neigte, war schon am Freitagabend das Technische Hilfswerk zur Unterstützung alarmiert worden. Mitglieder des Verdener Ortsverbandes bauten zwei Gerüsttürme mit 4.000-Liter-Wassertanks als Kontergewichte auf, um die gefährdete Mauer abzustützen. Kollegen des THW Achim organisierten hierfür zusätzliches Stützmaterial aus der THW-Bundesschule in Hoya. Grund für den Aufwand: Das betroffene Gebäude ist denkmalgeschützt, es ist als Teil eines Museumsprojektes vorgesehen. "Unser Ziel war es, die Bausubstanz soweit wie möglich zu erhalten", so Einsatzleiter Degener. Die Abstützung soll nun zunächst stehen bleiben, bis Statiker bzw. Fachfirmen weitere Schritte einleiten.
Der Feuerwehreinsatz hatte am Freitag während eines Unwetters gegen 16.23 Uhr begonnen. Anwohner eines Hauses an der Düstren Straße hatten den Notruf gewählt, nachdem ein Blitz während des Gewitters in ihr Haus eingeschlagen hatte. Die rasch eingetroffene Feuerwehr kontrollierte das Gebäude. Zwar hatte der Einschlag einige Dachpfannen abgerissen und so für Sachschaden gesorgt, doch es handelte sich um einen so genannten "kalten Schlag", also einen Blitzeinschlag ohne einen Folgebrand.
Als die Feuerwehr gerade im Begriff war, wieder abzurücken, liefen Nachbarn eines gegenüberliegenden Gebäudes vorbei und meldeten: "Bei uns hat der Blitz auch eingeschlagen, bei uns brennt es!" Noch ehe die Feuerwehr handeln konnte, zündete das Feuer schlagartig in dem Dachstuhl durch. Die alte Bausubstanz sowie das im Heuboden unterm Dach eingelagerte Stroh begünstigten die Brandausbreitung.
Einsatzleiter Degener veranlasste die Erhöhung der Alarmstufe, neben der Feuerwehr Dörverden rückten auch die Kollegen aus Stedorf und Barme, später auch der Feuerwehr Westen an. Die Verdener Feuerwehr entsandte ihre Drehleiter, von der Feuerwehrtechnischen Zentrale kamen der Groß-Einsatzleitwagen (ELW 2) und ein Schlauch- und Gerätewechselwagen zum Einsatz. Zur Suche nach Brandnestern wurde auch die Wärmebildkamera des Landkreises, die bei der Achimer Feuerwehr stationiert ist, eingesetzt.
Den Feuerwehrleuten gelang es zwei Ziegen in Sicherheit zu bringen, die Hausbewohner hatten - aufgeschreckt durch den offenbar sichtbaren Blitz - das Haus bereits verlassen. Den Einsatzkraften gelang es ein Übergreifen des Brandes auf einen Nebentrakt sowie angrenzende Wohnhäuser zu verhindern. Die Nachlöscharbeiten zogen sich vor allem wegen des eingelagerten Strohs so lange hin.
Den Schaden schätzte die Polizei vorläufig auf mehr als 200.000 Euro.
