Großbrand: Alle Verdener Wehren im Einsatz
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(31.10.2010) - Ein Großbrand in Scharnhorst hat in der Nacht zu Sonntag einen rund 13-stündigen Großeinsatz aller acht Verdener Ortsfeuerwehren ausgelöst. Auch das Technische Hilfswerk, Rettungsdienst und Polizei waren gefordert, als eine große Scheune an der Straße Dovemühlen vollständig niederbrannte. Ein Feuerwehrmann erlitt während des Einsatzes Verletzungen.
Kurz vor 21.30 Uhr war der erste Notruf bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle eingegangen - schon zu diesem Zeitpunkt war das Ausmaß des Feuers abzusehen. Der Dienst habende Disponent alarmierte mit dem Alarmstichwort "Brand 3" (Gebäude in Vollbrand) die Feuerwehren aus Scharnhorst, Dauelsen, Walle und Verden - auch per Sirenenalarm. Von der Feuerwehrtechnischen Zentrale aus rückte ein Groß-Einsatzleitwagen (ELW 2) an, ebenso das DRK mit Rettungsdienstkräften. Auch Kreisbrandmeister Hans-Hermann Fehling sowie Stadtbrandmeister Wolfgang Schmidt, der den Einsatz leitete, eilten zum Brandort.
Hauptaugenmerk der ersteintreffenden Kräfte war es, eine Brandausbreitung zu verhindern. Die rund 300 Quadratmeter große Backsteinscheune brannte zu diesem Zeitpunkt vom Boden bis zum Dach, meterhohe Flammen und Funkenflug stiegen auf. Die Feuerwehrleute mussten sich darauf beschränken, das Gebäude von außen zu löschen. Ein so genannter "Innenangriff" war unmöglich. Durch den schnellen Einsatz gelang es, ein Übergreifen des Brandes auf eine Schuppen- und Garagenanlage sowie auf ein Wohnhaus zu verhindern. Glücklicher Umstand: Die sonst in dem Gebäude beherbergten Ponys befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf einer nahen Wiese.
In dem Gebäude gingen neben diversen landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Geräten auch mehrere Hundert Rundballen in Flammen auf. Mit Treckern örtlicher Landwirte wurden die brennenden Ballen Stück für Stück aus dem Gebäude gezogen. Später kamen für diese Arbeiten ein Radlader des Technischen Hilfswerks (THW) Bassum und ein Bagger des THW Hoya hinzu. Während der Löscharbeiten kam es zu einem Unfall: Ein Schlauch platzte unvermittelt und riss dabei einen Feuerwehrmann zu Boden. Der Kamerad verletzte sich dabei am Kopf, er musste mit einem Rettungswagen in das Verdener Krankenhaus eingeliefert werden.
Anwohner versorgten die Einsatzkräfte mit Kaffee, die SEG-Verpflegung des DRK kam später zusätzlich mit Heißgetränken zum Einsatz. Ein Gastwirt aus Dauelsen stellte den Helfern kurzerhand kostenlos eine warme Suppe zur Verfügung. Während der stundenlangen Arbeiten wurden die Angebote dankbar angenommen. Pausen waren erforderlich, damit die Helfer zeitweilig die verqualmte Einsatzstelle verlassen konnten. Die Rauchentwicklung war so stark, dass sogar eine Verkehrswarnmeldung vor Sichtbehinderungen auf der nahen Autobahn 27 veranlasst werden musste.
Rund sieben Stunden nach dem ersten Alarm erfolgten Stück für Stück Nachalarmierungen für die Feuerwehren aus Hönisch-Hutbergen, Eissel, Eitze und Döhlbergen-Rieda. Die Ortsfeuerwehren mussten ihre erschöpften Kollegen ablösen und die weiteren Nachlöscharbeiten übernehmen. Ein Mitarbeiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale tauschte noch vor Ort Schläuche und Atemluftflaschen aus. Erst gegen 9.30 Uhr konnten die letzten Kräfte die Einsatzstelle verlassen. Unter Berücksichtigung der Zeitumstellung hatte der Einsatz rund 13 Stunden angedauert.
Die Höhe des Sachschadens wird von der Polizei vorläufig auf rund 100.000 Euro geschätzt.












