Falke aus Güllegrube gerettet
(08.08.2007) - Den Feuerwehrleuten stank die Sache mächtig - was aber in der Natur der Sache begründet lag: Aus einem Güllebecken konnten die Helfer aus Neddenaverbergen und Verden am Mittwochabend einen Falken retten. Ohne den aufwändigen Einsatz wäre das Tier kläglich in der Grube verendet.
Warum der Vogel auf einer Insel aus Zweigen festsaß, konnte vor Ort nicht geklärt werden. Eine Krankheit oder Verletzung waren nicht auszuschließen. Möglicherweise hatte das offensichtlich junge Tier aber einfach bei einer Landung die Konsistenz der Gülleoberfläche falsch eingeschätzt. Fest stand, dass das Gefieder stark mit Fäkalien verschmutzt und somit jegliche Flugversuche zum Scheitern verurteilt waren.
Die gegen 20.15 Uhr telefonisch informierten Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Neddenaverbergen machten sich vor Ort ein Bild der Lage und baten bei den Kollegen in Verden um Unterstützung - ein Herankommen an den Greifvogel war nur per Boot möglich. Mit einem Rüst- sowie einem Gerätewagen samt dem benötigten Boot rollte die Verstärkung aus der Kreisstadt heran. Bei hereinbrechender Dunkelheit musste die Einsatzstelle zunächst mit Scheinwerfern ausgeleuchtet werden.
In einem speziellen Einwegschutzanzug kletterte ein Feuerwehrmann über eine Leiter in das Boot. Kollegen manövrierten den per Seil gesicherten Mann zu dem Vogel. Der landete - ganz ohne Gegenwehr - nach einem beherzten Griff in einer Tiertransportbox. Zur weiteren Untersuchung fuhren ihn die Feuerwehrleute in eine Achimer Tierklinik. Die übrigen Helfer mussten unterdessen die eingesetzten Geräte mit frischem Wasser von den Güllerückständen säubern.
Für die Verdener Feuerwehr war dies bereits die zweite Rettung eines Falken in diesem Jahr. Am 21. April 2007 war eine Besatzung der Drehleiter nach Cluvenhagen ausgerückt. Dort hatte sich ein wertvoller Jagdfalke in einem Baum verfangen.





