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Ehemaliges Sägewerk bei Großbrand zerstört

(12.11.2006) - Ein Großfeuer hat am späten Sonntagnachmittag ein seit Jahrzehnten leerstehendes Sägewerk in Verden vollständig vernichtet. Kräfte aus drei Ortsfeuerwehren waren rund acht Stunden im Einsatz, um den Brand zu löschen. Die anfängliche Vermutung von Passanten, es könnten sich noch Kinder in der Industrieruine aufgehalten haben, bestätigte sich nicht.

Gegen 16.15 Uhr waren die ersten Notrufe bei der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle eingegangen. In den ersten Meldungen war nur von einem Gebäudebrand im Bereich der Straße Maulhoop die Rede. Ortsbrandmeister Peter Schmidt, der sich zufällig in der Nähe aufhielt, konnte bereits unmittelbar nach der ersten Alarmierung eine Lagemeldung abgeben und veranlasste die Erhöhung der Alarmstufe auf "Brand 3" (Gebäudevollbrand). Daraufhin heulten im Stadtgebiet auch die Sirenen.

Rauchwolke aus Groß Hutbergen gesehen.

Bei dem brennenden Holzgebäudekomplex handelte es sich um ein rund 800 Quadratmeter großes ehemaliges Sägewerk, das bereits seit mehreren Jahrzehnten leersteht. Passanten äußerten gegenüber der Einsatzleitung die Vermutung, dass sich möglicherweise noch Kinder in dem Gebäude aufgehalten haben könnten. Das von Schlingpflanzen und Bäumen eingewachsene Areal mit den teilweise eingestürzten Gebäudetrakten hatten in der Vergangenheit offenbar immer wieder Kinder als Abenteuerspielplatz genutzt.

Eine Absuche des Gebäudes konnte jedoch nicht mehr erfolgen - das Werk brannte lichterloh. Schon wenige Minuten nach dem Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte stürzten das Dach und teilweise auch die Seitenwände ein. Zwar waren die benachbarten Wohnhäuser zu diesem Zeitpunkt noch nicht unmittelbar gefährdet, gleichwohl setzte der Funkenflug bei starkem Wind in einem der Gärten bereits Strauchwerk in Brand.

Während des Einsatzes erfolgte die Nachalarmierung der Ortsfeuerwehren Hönisch-Hutbergen und Dauelsen. Die nachrückenden Einheiten halfen unter anderem beim weiterführenden Aufbau einer Wasserversorgung aus entfernt gelegenen Hydranten. Vor Ort war ebenfalls die Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) mit einem Groß-Einsatzleitwagen, einem Schlauch- und Gerätewechselwagen sowie einem Lichtmastanhänger. Die Fachgruppe Rettungsdienst sicherte mit einer Rettungswagenbesatzung die Einsatzkräfte. Insgesamt waren rund 90 Helfer vor Ort.

Der Feuerwehr gelang es, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Die Nachlöscharbeiten gestaltenen sich jedoch aufwändig. Zum Großteil konnten diese nur unter Atemschutz - teils mit Pressluftatmern, teils mit Filtergeräten - erfolgen. Probleme bereitete ein ehemaliges Spänesilo. Um dieses Ablöschen zu können, musste es gezielt mit Hilfe einer Seilwinde eingerissen werden. Die Industriebrache barg für die Helfer jedoch noch andere Gefahren - zahlreiche Stolper- und Absturzfallen in Form von Kellern und Schächten. Einem Feuerwehrmann wurde eines der schwer erkennbaren Löcher zum Verhängnis. Er stürzte und wurde kurzzeitig von nachrutschenden Trümmern verschüttet und dabei leicht verletzt. Nach einer ambulanten Versorgung konnte er jedoch seinen Einsatz fortsetzen.

Um alle Brandnester ablöschen zu können, kam eine private Baufirma mit einem Bagger zum Einsatz. Der Fahrer des Baufahrzeugs schichtete die Trümmer um. Auf diese Weise konnte auch endgültig festgestellt werden, dass sich keine Personen mehr in dem Gebäude befunden hatten. Erst gegen 23.45 Uhr konnten die letzten Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Verden ihren Einsatz vor Ort beenden.

Zwei Tage nach dem Brand konnte die Brandursache geklärt werden: Zwei Elfjährige hatten am Dienstagabend gebeichtet, den Brand durch Anzünden einer Spraydose verursacht zu haben. Am Morgen hatte sich einer der beiden Jungen an seinen Vetrauenslehrer gewandt, der daraufhin seine und die Mutter des zweiten Jungen (beide Familien sind miteinander verwandt) informiert hatte. Zusammen mit ihren Eltern waren beide Jungen noch am selben Tag zur Polizei gegangen.

Bilder von diesem Einsatz

Eine weithin sichtbare Rauchsäule steht über der Stadt. Situation kurz nach dem Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte. Das ehemalige Sägewerke steht komplett in Flammen.
Ein Innenangriff oder eine Personensuche im Gebäude ist unmöglich. Die Rauchsäule hinter Wohnhäusern an der Bremer Straße. Einsatz eines mobilen Wasserwerfers (Monitor).
Löscharbeiten unter Atemschutz. Eingestürztes Gebäudedach. Löschangriff von einem Feld aus.
Gefährliche Sturz- und Stolperfallen auf dem Gelände. Atemschutzgeräteträger tauschen die Pressluftflaschen. Nachlöscharbeiten an einem glimmenden Spänesilo.
Unter Trümmern verschüttet: eine verrostete, ehemalige Arbeitsmaschine. Nur verkohlte Trümmer blieben von dem ehemaligen Sägewerk übrig. Ein Bagger zieht die teilweise noch schwelenden Trümmer auseinander.

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