Der Tag, an dem der Regen kam
(28.07.2000) - Eine Unwetterwarnung gab es nicht, keiner hatte damit gerechnet. Doch der 28. Juli 2000 wird mit Sicherheit als ein außergewöhnlicher Tag in die Geschichte der Verdener Feuerwehr eingehen.
Innerhalb weniger Stunden regnete es in Verden rund 150 Liter pro Quadratmeter, dass entspricht etwa einem Viertel der jährlichen "Norm"-Menge. Die Folgen: die Kanalisation hielt dem Druck nicht mehr stand, Keller liefen voll, Garagen wurden überflutet, Pkw-Motoren "ertranken" auf überfluteten Straßen. Die Feuerwehr war im Dauerstress: rund 50 Einsätze mussten innerhalb von knapp 15 Stunden bewältigt werden.
Doch der Reihe nach: Um 04.26 Uhr schrillten am Freitag bei den Kameraden die Funkmeldeempfänger. Alarm wegen einer technischen Hilfeleistung - eine Garage sollte "Am alten Pulverschuppen" unter Wasser stehen. Doch vor Ort stand das Wasser lediglich sieben Zentimeter hoch, keine Gefahr für Sachen oder Menschen. Fehlalarm für die Wehr. Nach einer knappen halben Stunde waren die meisten Kameraden wieder zu Hause. Doch nur wenige Minuten später wurde erneut alarmiert, Stichwort "Keller unter Wasser".
Die Rettungsleitstelle wurde von Notrufen aus dem Verdener Stadtgebiet überrannt. Nachdem die ersten Fahrzeuge ausgerückt waren und ständig neue Einsätze hinzukamen, veranlasste der Ortsbrandmeister die Voll-Alarmierung der Stadtwehr (ohne Sirene), und die Nachalarmierung der Wehren aus Dauelsen und Hönisch-Hutbergen. Bei den Einsatzstellen handelte es sich meist um vollgelaufene Keller, die zwischen 20 Zentimetern und mehreren Metern unter Wasser standen.
Die Straßenzüge im Bereich Lösweg und Artilleriestraße standen rund 30 Zentimeter unter Wasser. Ein Pkw-Motor hielt der ungewollten Unterbodenwäsche nicht stand und "soff" ab. Ein Garagentor wurde durch die Wassermassen eingedrückt, ein Fahrzeug und mehrere Wohnhäuser standen unter Wasser. Besonder schlimm erwischte es auch einige Geschäfte in der Innenstadt. In einem Supermarkt wurde ein Aufzugschacht metertief überflutet, in Folge dessen wurde auch das Warenlager überschwemmt. Im Keller eines Einzelhändlers durchspülte die Kanalisation auf einmal den Keller des Gebäudes. Einige Beispiele von vielen. Die Feuerwehr rückte mit ihren verschieden Fahrzeugen erst zwischen 18 und 20 Uhr wieder ein.
Die Verdener Feuerwehr möchte sich ausdrücklich bei den vielen Bürgern bedanken, die die Einsatzkräfte mit kalten und warmen Getränken oder auch belegten Broten versorgten!



