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Acht Menschen bei Wohnhausbrand verletzt

(20.01.2008) - Bei einem Großbrand in einem Wohnhaus in der Verdener Innenstadt sind am Sonntagnachmittag acht Menschen verletzt worden. Zwei 38 und 50 Jahre alte Männer konnten von der Feuerwehr gerettet werden, nachdem ihnen durch Rauch der Fluchtweg abgeschnitten worden war. Über 100 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei kamen zum Einsatz.

Gegen 16.11 Uhr war die Verdener Feuerwehr zu dem Wohnhaus an der Brückstraße, in dessen Erdgeschoss sich eine Gaststätte befindet, gerufen worden. Als wenige Minuten später die ersten Fahrzeuge an der Einsatzstelle eintrafen, stellte sich die Situation dramatisch dar. Rauch drang aus dem Dachstuhl, ein Mann stand an einem Fenster im Dachgeschoss. Eingehüllt von dichtem Rauch versuchte er sich mit einem Tuch vor dem Qualm zu schützen. Ein weiterer Mann war auf der rückwärtigen Seite des Gebäudes mit Hilfe einer Leiter von einer Dachterrasse auf das Dach geklettert. Letzterer konnte über eine Drehleiter gerettet werden, der Mann aus der Dachwohnung mit Hilfe einer tragbaren Schiebleiter. Bei der Rettungsaktion erlitt ein Feuerwehrmann eine Rauchgasvergiftung. Ein Polizist zog sich eine Handverletzung zu, als er bei der Räumung des Gebäudes half. Vier weitere Menschen - darunter zwei weitere Hausbewohner - mussten ebenso vom Rettungsdienst (mit sechs Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeugen sowie Leitendem Notarzt und Einsatzleitwagen vor Ort) versorgt und teils stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Die in das brennende Gebäude vorgehenden Atemschutztrupps stellten fest, dass die Wohnung im ersten Obergeschoss nach einer Durchzündung nahezu in voller Ausdehnung brannte. Auch die Wohnung im Dachgeschoss war teilweise betroffen. Probleme bereitete zudem der Umstand, dass das Feuer auch eine Zwischendecke erfasst hatte. Aufgrund des Ausmaßes und dem Bedarf an zusätzlichen Atemschutzträgern ließ die Einsatzleitung die Alarmstufe erhöhen (Brand 3) auch die Ortsfeuerwehren Hönisch-Hutbergen und Dauelsen kamen zum Einsatz. Von der Feuerwehrtechnischen Zentrale rückten ein Schlauch- und Gerätewechselwagen sowie ein Groß-Einsatzleitwagen (ELW 2) aus. Die Feuerwehr Achim brachte mit dem Gerätewagen-Mess (GW-Mess) die Wärmebildkamera des Landkreises zur Einsatzstelle, die beim Aufspüren von Glutnestern gute Dienste leistete. Zur besseren Abarbeitung war die Einsatzstelle in zwei Abschnitte unterteilt worden.

Zur Brandbekämpfung setzten die Trupps insgesamt fünf C-Rohre ein. In dem verwinkelten Gebäudekomplex hatte sich der Brandrauch auch in angrenzende Geschäfte ausgebreitet, die mit Spezialgerät belüftet werden mussten. Für Aufregung sorgte die Feststellung, dass in dem Brandobjekt plötzlich Gasgeruch wahrnehmbar war - obwohl durch den Versorger die Leitung abgeschaltet worden war. Die Besatzung des GW-Mess führte eine Gasmessung durch. Wie sich herausstellte, konnte das Gas aus einer zweiten Leitung ausströmen, die einem zweiten Gebäude innerhalb des Komplexes zugeordnet ist. Die Feuerwehr konnte das ausströmende Gas stoppen und so Schlimmeres verhindern. Mit Hilfe eines Be- und Entlüftungsgerät beseitigen die Helfer die Gaskonzentration in Erdgeschossräumen.


Das Gebäude bleibt zunächst aufgrund von Brand- und Löschwassereinwirkung unbewohnbar. Die Hausbewohner konnten bei Angehörigen sowie einem Hotel untergebracht werden. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 500.000 Euro. Als Brandursache stellten die Ermittler einen Wäschetrockner fest, der in der Wohnung im ersten Obergeschoss zum Zeitpunkt des Brandausbruches in Betrieb war.

Der Einsatz für die Feuerwehr war erst gegen 21 Uhr beendet. Bis etwa zu dieser Zeit waren die Südbrücke sowie die Untere Straße für den Verkehr gesperrt. Sehr gefreut haben sich die Feuerwehrleute über das freundliche Angebot von Anwohnern, die Einsatzkräfte mit Essen und Getränken zu versorgen.

Bilder von diesem Einsatz

Kurz nach Eintreffen: Dichter Qualm steigt aus dem Dachstuhl aus der rückwärtigen Gebäudeseite. Ein Atemschutzrupp übernimmt die Nachlöscharbeiten im Dachgeschoss. Völlig ausgebrannt: die Wohnung im ersten Obergeschoss ist völlig zerstört.
Am Gebäude lehnt noch eine Schiebleiter. Über diese war ein Mann aus einem Dachfenster gerettet worden. Einsatzfahrzeuge stehen in der Brückstraße. Die Südbrücke und die Untere Straße blieben gesperrt. Schläuche führen in das Gebäude, zwei Scheinwerfer sorgen für Licht in dem stromlos geschalteten Haus.
Hilfreich: Mit einer Wärmebildkamera sucht ein Trupp nach Glutnestern. Über die Drehleiter konnte hier ein Mann vom Dach gerettet werden. Die Einsatzleitung (grünes Licht) hat an der Brückstraße ihre Position bezogen.

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