A 27: Brennender Lkw sorgt für Großeinsatz
(28.05.2008) - Großeinsatz für mehrere Feuerwehren am Mittwoch auf der A 27: Mehr als neun Stunden waren Einsatzkräfte damit beschäftigt, die brennende Ladung eines Lkw nahe der Anschlussstelle Verden/Nord zu löschen. Rund zwölf Tonnen Stroh, gepresst in Großballen, standen in Flammen. Die Autobahn blieb in Fahrtrichtung Bremen während des Einsatzes voll gesperrt.
Die Verdener Feuerwehr war bereits um 14.36 Uhr zu einem Flächenbrand nahe der Straße "Schwarzer Berg" gerufen worden. Im Bereich eines kleinen Waldstückes standen rund 200 Quadratmeter Bodenfläche in Flammen. Die Einsatzkräfte hatten gerade die Löscharbeiten aufgenommen, als um 14.51 Uhr die Meldung über den Lkw-Brand in der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle auflief. Ein Teil der Helfer konnte aus dem ersten Einsatz herausgelöst werden, weitere wurden nachalarmiert.
Der brennende Lkw stand unweit der Anschlussstelle Verden/Nord auf dem Standstreifen. Der Fahrer eines 40-Tonnen-Sattelzuges hatte in Blender rund 35 gepresste Groß-Strohballen geladen, um diese in die Niederlande zu transportieren. Andere Verkehrsteilnehmer machten den Fahrer auf eine Rauchentwicklung auf der Ladefläche aufmerksam, sodass dieser den Lkw auf den Standstreifen lenkte. Als er den Brand erkannte, brachte er zunächst die Scania-Zugmaschine in Sicherheit.
Eine Brandbekämpfung erfolgte unter Atemschutz, zunächst über Leitern direkt auf der Ladefläche. Doch weil Stroh stets nur oberflächlich abgelöscht werden kann, war es erforderlich die gesamte Fracht vom Fahrzeug zu entladen. Einsatzleiter Peter Schmidt ließ aufgrund des hohen Löschwasserbedarfes die Ortsfeuerwehr Dauelsen sowie die Tanklöschfahrzeuge aus der Nachbargemeinde Kirchlinteln nachalarmieren. Die wasserführenden Fahrzeuge wurden in einem pausenlosen Pendelverkehr eingesetzt, um Löschwassernachschub an die Einsatzstelle zu bringen. Einige Tanklöschfahrzeuge waren zehnmal und mehr zum Befüllen unterwegs. Insgesamt 17 Feuerwehrfahrzeuge und über 70 Kräfte kamen vor Ort zum Einsatz.
Ganz unverhoffte Hilfe kam während des Einsatzes aus dem Stau. Ein Vorführfahrzeug des Feuerwehrfahrzeug-Herstellers "Iveco Magirus" war zufällig auf den Einsatzort zugekommen. Der Fahrer bot sofort seine Hilfe an, die 600 Liter Wasser aus dem Tank des Vorführmodelles wurden auf diese Weise ebenso bei der Brandbekämpfung eingesetzt.
Ein aus Daverden mobilisierter Bagger einer Privatfirma schichtete das Stroh um. Einsatzkräfte löschten Stück für Stück mit einem Schaum-Wasser-Gemisch (Lightwater) die Brandnester ab. Das Stroh landete anschließend wieder auf der Ladefläche des betroffenen Lkw. Dieser war lediglich leicht durch die Hitzeeinwirkung beschädigt worden. Der Lkw brachte die angesengte Ladung wieder in Richtung des Absenders in Blender, eskortiert von einem Tanklöschfahrzeug. Einsatzkräfte der Feuerwehr Blender übernahmen die Kontrolle des Strohs, um ein Wiederaufflammen zu verhindern.
Während des stundenlangen Einsatzes sorgten Mitglieder der Feuerwehr-Seniorenabteilung für eine Verpflegung der Einsatzkräfte. Teilweise war auch eine Ablösung der erschöpften Feuerwehrleute erforderlich. Bei Einbruch der Dunkelheit musste die Einsatzstelle großflächig ausgeleuchtet werden, wobei auch die Feuerwehrtechnische Zentrale ihren Lichtmastanhänger zum Einsatz brachte.
Die Aufräum- und Nachlöscharbeiten zogen sich bis gegen Mitternacht hin - auch zu diesem Zeitpunkt waren in dem Stroh noch reichlich Glutnester vorhanden. Autofahrer mussten sich in Geduld üben. Der durch die Vollsperrung ausgelöste Rückstau reichte etliche Kilometer bis weit hinter die Anschlussstelle Verden/Ost zurück. Auch die Umleitungsstrecke war überlastet. Das Teile der Verdener Innenstadt aufgrund des Domweih-Aufbaus gesperrt waren, sorgte für zusätzliche Probleme.
Brandursache und Schadenshöhe sind nach Angaben der Polizei noch nicht bekannt.












